Dirck van Delen
Kircheninterieur mit Figuren
Öl auf Holz. 48,5 x 43 cm
Lot 1026 / Schätzpreis € 45 000 - 50 000
Provenienz: Slg. Cartwright, England (als Pieter Neeffs); Auktionshaus Wawra, Wien "Kunstsammlung und Wohungseinrichtung eines Wiener Großindustriellen", 27- 30.10.1930, Lot 64 (als Emanuel de Witte); Österreichische Privatsammlung.
Die Zuschreibung an Dirk van Delen geht zurück auf die handschriftliche Anmerkung von Bernard Vermet auf dem Photo des Auktionskataloges von 1930, das sich im RKD befindet. Wir danken Herrn Willem van de Watering für diesen Hinweis und für die überzeugende Zuschreibung an diesen Maler. Anhand der Kostüme, die auf die Zeit zwischen 1636/37 hinweisen, konnte es sich wohl kaum um ein Werk de Wittes handeln, dem das Gemälde bislang zugeschrieben war. Dirk van Delen gehört zu den ersten Künstlern, die Kircheninterieurs malten (siehe H. Jantzen: Das niederländische Architekturbild, Leipzig 1910). Er machte sich vor allem mit Palasthallen und Saalansichten einen Namen, aber eben auch mit Kirchenbildern, die den kleineren Teil seines Oeuvres ausmachen. Dieses Genre übernahm er von dem älteren Maler Hendrik Aerts, entwickelte es allerdings im Sinne der allgemeinen Tendenzen der holländischen Malerei in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts weiter. Von den bunten, harten Farben seines Vorgängers ging er zu einer milden Tonigkeit über, die mit der feineren Beobachtung des Lichtes mehr und mehr in seine Bilder eindrang. Für diesen Wandel ist das vorliegende Gemälde mit seinem wunderbaren Übergang vom schattigen Vordergrund zu dem sich im Licht fast auflösenden Geschehen im Hintergrund ein schönes Beispiel.