Auktion 951 Asiatische Kunst

Freitag/Samstag, 11./12. Dezember 2009

Äußerst seltenes Paar Qianlong-Vasen &

Bedeutende Sammlung japanischer Holzschnitte

Seit 100 Jahren versteigert Lempertz Asiatische Kunst. Zu diesem Jubiläum können nun 100 exquisite japanische Holzschnitte aus der Sammlung Walter von Scheven in hevorragendem Erhaltungszustand offeriert werden. Experten von Lempertz entdeckten diesen seit 80 Jahren verborgenen Schatz. Zu den weiteren Höhepunkten der Auktion zählen ein Paar teadust-Vasen aus der Qianlong-Periode für 80.000, die auch für einen Buddha Amitabha aus der Ming-Zeit angesetzt sind, ferner ein Vajrasattva auf Lotosthron (38.000) und eine Figur des Zhen Wu mit bläulich weißer Glasur aus der Wanli-Zeit (22.000). Übertroffen aber werden sie von der Taxe für eine Tuscharbeit des zeitgenössischen Künstlers Wu Guanzhong für 100.000, der eine weitere für 70.000 folgt.

CHINA

Malerei
Offeriert werden Arbeiten von Wu Guanzhong, Liu Kuo-sung, Chu Ko, Zeng Mi, Lee Shi-chi, Zhou Shaohua, Chen Hsing-wan, Qiu Deshu, deren Werke innerhalb Europas selten zu erwerben sind. Die Künstler der chinesischen und taiwanesischen zeitgenössischen Malerei waren in der Ausstellung „Vision 2000“ vertreten, die 1998 in Lübeck und 1999 in Stuttgart im Lindenmuseum gezeigt wurde. Diese Ausstellung befasste sich mit einem Thema von nach wie vor hoher Aktualität: die Auseinandersetzung mit der Globalisierung von Kunst und der Rückbesinnung auf die gewachsenen Traditionen. Mit 100.000 und 70.000 sind zwei 1995 und 1996 entstandene, weitgehend abstrakte Tuscharbeiten des 1919 geborenen Wu Guanzhong bewertet; sein primäres Ausdrucksmedium ist die Linie (Lots 297/298). Mit einer Taxe von 30.000 ist eine Tuscharbeit von Chu Ko versehen (Lot 300) und mit 16.000 der getuschte Kristallklare Ort Liu Kuo-sungs (Lot 299).

Skulpturen
Auf 80.000 ist das Highlight dieser Abteilung, die feuervergoldete Bronze eines Buddha Amitabha aus der Ming-Zeit, geschätzt. Der Buddha des Unendlichen Lichts, Herr über Sukhavati, das Reine Land, ein Paradies im Westen, in dem alle fühlenden Wesen Wiedergeburt erlangen können, wenn sie seinen Namen mit aufrechtem Herzen rufen, sitzt in Meditation (Lot 137).

Keramik / Porzellan
Von großer Seltenheit ist das 21 cm hohe Paar teadust-Vasen mit Golddekor und applizierten Granatäpfeln aus der Qianlong-Zeit. Versehen mit Qianlong Sechszeichen-Siegelschriftmarke, sind sie auf 80.000 geschätzt. Sie sind ein gutes Beispiel für eine Gruppe innovativer und unkonventioneller Porzellane der Qianlong-Zeit, in der die Möglichkeiten des Materials mit raffiniertem, neuem Design in den kaiserlichen Werkstätten in Jingdezhen getestet wurden (Lot 228).

TIBET / NEPAL / INDIEN

Hier ragt mit 38.000 ein um 1600 in Nepal entstandener 33 cm großer feuervergoldeter bronzener Vajrasattva auf Lotosthron hervor (Lot 93). Spitzenobjekt der indischen Kunstwerke ist ein pakistanisches Reliquiar der Gandhara-Region mit 16.000 (Lot 5).

JAPAN

Sammlung Walter von Scheven
Der rheinische Sammler Walter von Scheven hat mit zielsicherem Gespür zwischen 1912 und 1932 berühmte japanische Holzschnitte gesammelt, die 1930 in einem westdeutschen Museum ausgestellt wurden. Die Sammlung enthält bedeutende Blätter der japanischen Künstler Hokusai, Utamaro, Harunobu u.a., die großen Einfluß auf die klassische europäische Kunst hatten und wesentlich zu dem sog. Japonismus in Europa beitrugen. Eines der bedeutendsten Blätter ist die mit 20.000 bewertete, berühmte Woge Hokusais aus der Serie „36 Ansichten des Berges Fuji“ (Lot 546). Zwei weitere Ôban aus dieser Serie kommen auf je 12.000 (Lots 547/548). Ein Doppelporträt des berühmten Sumo-Ringers Tanikaze und der oiran Okita von Katsukawa Shunchô ist mit einer Taxe von 10.000 versehen (Lot 503).

Kunstgewerbe
Zu den Höhepunkten gehört mit 35.000 ein sehr großer Kabinettschrank aus Holz, Lack und Bein aus dem späten 19. Jh. (Lot 734). Ein um 1900 von Muneyoshi gearbeiteter, großer Fasan aus Eisen kommt auf 32.000 (Lot 693).

Netsuke
Aus der über 160 Objekte umfassenden Netsuke-Offerte ragt ein an Mispeln naschender Affe heraus. Die Buchsbaumarbeit des 19. Jh. aus Gifu ist auf 8.500 taxiert (Lot 937). Ein im späten 19. Jh. gearbeiteter Ausländer aus Elfenbein liegt bei 5.000 (Lot 862). Mit derselben Taxe ist auch ein um 1800 entstandenes grasendes Elfenbein-Pferd versehen (Lot 921).

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