Auktion 956 Sammlung Steinmetz / Sammlung Härle

Samstag, 15. Mai 2010

Am Tag der Auktion mit Gemälden, Skulpturen und Zeichnungen des 15. – 19. Jahrhunderts findet am Vormittag eine Sonderauktion mit zwei bedeutenden Sammlungen spätgotischer Malerei und Skulpturen statt. Die insgesamt 50 Lose der beiden Sammlungen werden in einem Sonderkatalog präsentiert. Die Sammlung Steinmetz enthält 35 Lots, darunter fünf Skulpturen und zwei Fragmente eines Altargesprenges; aus der Sammlung Härle kommen 15 Skulpturen.

Sammlung Walter Steinmetz
Walter Steinmetz hatte nur eine Leidenschaft: die spätgotische Kunst. Für diese war der in seiner konzentrierten Ausschließlichkeit außergewöhnliche, 2009 verstorbene Sammler unterwegs, ihr widmete er seine gesamte freie Zeit, indem er nach den Namen der Meister und zur Ikonographie seiner Bilder forschte, bis hin zur Bedeutung kleinster Details. Die finanziellen Mittel des Kaufmanns aus dem Großraum Darmstadt waren keineswegs unbegrenzt. Am Ende aber war er glücklich und auch ein wenig stolz auf sein Lebenswerk mit einer beachtlichen Auswahl von Exponaten aus den verschiedenen Kunstlandschaften des 14. und 15. Jahrhunderts. Seine Sammlung wurde 2007 im Stadtmuseum Lindau unter dem Titel „Das spätgotische Tafelbild im deutschsprachigen Raum“ gezeigt.
Der Schwerpunkt der Sammlung liegt vor allem in den Kunstregionen entlang des Rheins. Höhepunkt der Gemälde sind mit 100/120.000 zwei Szenen aus der Ursula-Legende eines Kölnischen Meisters um 1456 (siehe links, Lot 1508). Mit 80/100.000 ist ein Hortus Conclusus mit Einhornjagd und Wurzel Jesse eines Oberrheinischen Meisters vom Ende des 15. Jh. bewertet (siehe links, Lot 1511). Bei 60/80.000 liegt ein um 1400/1410 entstandenes Gemälde mit Hl. Barbara und Hl. Mauritius vom Meister der Mainzer Kreuzigung (siehe oben, Lot 1500).

Sammlung Carl Härle
Den Schwerpunkt der Sammlung Carl Härles (1879–1950) bilden Skulpturen des späten Mittelalters und des Barock. Härle, ein enger Mitarbeiter von August Thyssen und der Familie bis an sein Lebensende eng verbunden, war der alten Kunst, besonders der mittelalterlichen Skulptur leidenschaftlich zugeneigt. Er baute seine Kunstsammlung seit 1920 in nur 20 Jahren auf. Der größte Teil wurde von seinen Nachfahren dem Erzbischöflichen Diözesanmuseum in Köln geschenkt; ein Bestand von 15 Skulpturen wird nun von Lempertz offeriert.
Höhepunkt ist eine wohl oberschwäbische Hl. Barbara aus der Zeit um 1460/70 in Lindenholz (sieh links, Lot 1542, 40/50.000). Bei 25/30.000 liegt eine alpenländische thronende Muttergottes aus dem 13. Jh. (Lot 1537). Eine um 1480 in Flandern geschnitzte Hl. Katharina kommt auf 30/35.000 (Lot 1545).

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