
Porzellan und Fayencen
Auktion am Mittwoch, 12. Mai
Zwei große Fayencesammlungen und eine Meißensammlung außergewöhnlicher Qualität haben dazu beigetragen, dass Lempertz dieses Frühjahr Porzellan und Keramik in einem gesonderten Katalog anbietet, der 368 Lots aus verschiedenen Privatsammlungen umfasst und am 12. Mai zum Aufruf kommt. (Sammlung Dr. Wilhelm Kappesser mit frühen Delfter und deutschen Stücken mit Blauweiß-Dekoren sowie eine süddeutsche Privatsammlung mit seltenen figürlichen Fayencen und Schaugerichten aus süddeutschen und französischen Manufakturen). Ein besonderer Augenschmaus sind die Schaugerichte aus Fayence der süddeutschen Privatsammlung, in der teilweise einzigartige Stücke zu finden sind.
Höhepunkt der Porzellan-Offerte ist ein um 1740 entstandener rarer Meißener Vasensatz mit drei Deckelvasen in Balusterform und Dekor in der Art Johann Gregorius Hoeroldt, dessen Taxe bei 90/120.000 liegt (Abb. links, Lot 34). Erwähnenswert ist auch die seltene Meißener Groteskenkanne mit Augsburger Hausmalerdekor, die Skurrilität und Formenreichtum des Barock sowie die Möglichkeiten des frühen Porzellanschaffens in einzigartiger Weise belegt (EUR 50.000,-/100.000).
Silber, Schumck, Dosen, Miniaturen, Möbel
Auktion am Freitag, 14. Mai
Das Spitzenlos bei den Möbeln ist eine bedeutende, um 1755 gearbeitete Berliner Kommode, die die dem Hoftischler Schilansky zugeschriebenen wird – ein sehr ähnliches Stück, das sich jetzt im Potsdamer Neuen Palais befindet, stand einst in Schloß Monbijou (Abb. links, Lot 902, 90/100.000).
Höhepunkt der Silber-Offerte ist ein mit 25/30.000 geschätzter, von Wolf Zapf um 1600 gearbeiteter frühbarocker Nürnberger Deckelhumpen (Abb. links und oben, Lot 478). Ein facettierter Deckelpokal mit feinen Darstellungen aus dem ehemaligen Besitz des berühmten spanischen Heerführers Ambrosio Spinola Doria wurde von dem Nürnberger Heinrich Mack 1616–26 gearbeitet (Lot 481, 20/24.000).
Unter den 100 Positionen alten Schmucks ragt mit 60/80.000 ein in Silber gefasstes Rivièrencollier mit ca. 50 ct Altschliffdiamanten aus der ersten Hälfte des 19. Jh. sowie ein außergewöhnliches, perfekt erhaltenes Renaissancestil-Collier in originaler Schatulle heraus, das die Pracht und Perfektion des besten internationalen Historismus, gestempelt vom berühmtesten Juwelier Londons Carlo Guiliano, zeigt (Abb. links, Lot 634, 20.000,-/30.000). Den Höhepunkt der Dosen bilden Stücke aus einer deutschen Privatsammlung, darunter eine klassizistische Florentiner Gold-Bonbonnière mit Pietre-Dure–Einlagen (Lot 799, 15/20.000). Aus dem frühen 19. Jahrhundert stammt eine Königlich preußische Präsentationsdose aus St. Petersburg (Abb. links, Lot 809, Schätzpreis € 50/60.000).
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