Meister der Mainzer Kreuzigung

Hl. Barbara und hl. Mauritius
um 1400/1410
Tempera auf Holz. 82 x 68 cm.
Los 1500/ Ergebnis: EUR 116.000

Gutachten
Dr. Ernst Buchner, München, 22.3.1962 (als Meister der Hl. Veronika).

Provenienz
Sammlung Freiherr von Holzschuher, von 1883 bis 1932 Depositum im Germanischen NationalmuseumNürnberg. - Danach im Besitz seiner Enkelin Franziska von Hegnenberg, verw. Gebsattel. - Kunsthandlung Schweidwimmer 1962. - Sammlung Georg Schäfer, Schweinfurt.

Ausstellungen
Künstler - Kunstwerk - Auftraggeber. Mainz im späten Mittelalter, Landesmuseum Mainz 2000 (außer Katalog). Stadtmuseum Lindau 2007, Nr. 1.

Literatur
Katalog der im Germanischen Museum befindlichen Gemälde, Nürnberg 1885, S. 16, Nr. 85 (als Fränkisch, Nürnberg 1400-1440). Derselbe Katalog 4. Auflage, Nürnberg 1909, S. 3, Nr. 7 (als Niederrheinisch um 1430). - Frank Günther Zehnder: Der Meister der Hl. Veronika (Dissertation), Sankt Augustin 1981, S. 128 (als Meisterdes Gereon-Altares). - Uwe Gast: Katharina von Köln und die Kreuzigung in St. Stephan in Mainz, in: Mainzer Zeitschrift. Mittelrheinisches Jahrbuch für Archäologie, Kunst und Geschichte, Jahrgang 94/95, 1999/2000, S. 27 f.

Uwe Gast konnte 1999/2000 belegen, dass unser Bild der linke Flügel eines Triptychons ist, von dem sich die Mitteltafel, mit einer Kreuzigung Christi, in der Mainzer St. Stephan-Kirche und rechte Flügel mit Katharina und Christophorus in Ballrechten-Dottingen befinden. Die Zusammengehörigkeit der drei Tafeln ist ikonographischund kompositorisch absolut eindeutig. Als Folge dieser Entdeckung konnten die Wappen, die in den oberen Bildecken der beiden Flügel angebracht sind, identifiziert werden. Es sind diejenigen der Katharina von Köln, genannt zum Lateran, die in Mainz lebte und 1403 verstarb. Sie wurde im Weißfrauenkloster beerdigt. Dieses Kloster, aber auch die Kirche St. Mauritius, in deren unmittelbarer Nähe sie wohnte, bedachte Katharina testamentarisch mit Zuwendungen. Angesichts der herausragenden Stellung des Heiligen Mauritius auf diesem Altar liegt es nahe, dass unsere Tafel für diese Kirche gemalt worden ist. St. Mauritius war eine kleine Kirchesüdöstlich des Domes, die im frühen 19. Jahrhundert abgerissen wurde. Der Zusammenhang mit der 1403verstorbenen Stifterin legt eine Datierung für den Altar entweder noch zu ihren Lebzeiten oder kurz nach IhremTod nahe, das heißt in das erste Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts.

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