Prunkrahmen mit Bildnis
Gouache auf Elfenbein, Silber, Bergkristall, H 17,5 cm
Johann Melchior Dinglinger, Dresden. Mitte 18. Jh.
Taxe: € 18.000 - 20.000,-
Ergebnis: € 73.000,-
Bildnis Christian Ludwig II. v. Mecklenburg-Schwerin im Prunkrahmen. Ovale Gouache auf Elfenbein. Brustbild nach rechts vor hellem Grund. In weißem Hemd, Brustharnisch, reich besticktem Rock, hermelinverbrämtem Mantel sowie mit Collane und blauem Band des St. Andreasordens. Helle Allongeperücke. Miniatur mit leichten Farbabsprüngen und etwas verblasst. H 5; B 3,2 cm. Silberner Rahmen umlaufend besetzt mit facettierten Bergkristallen. Montiert in prunkvollen gegossenen Vermeil-Rahmen in Form einer geschweiften Rocaillenkartusche, reich graviert, reliefiert und besetzt mit facettierten Bergkristallen sowie bekrönt von einem sitzenden geflügelten Putto aus vergoldetem Silberguss, der eine farbige Emailplaque mit dem Wappen des Herzogs in bekröntem Ovalrahmen mit Bergkristallbesatz emporhält. Geschweifter Ebenholzsockel mit appliziertem hellblauem Emailschild "CHRIST. LUDOV. D.G.DUX MECKL." und kleinen Rosetten mit Bergkristallbesatz. Rückseitig schwarze Inventarnr. (?) 89. Eine Schraube ergänzt; Kreuz der Bekrönung fehlt. Johann Melchior Dinglinger (Biberach 1664 - Dresden 1731), zugeschrieben.
Provenienz: Ehemals Slg. Jahn, verst. Lempertz Auktion 689 am 13. Mai 1993, Lot 268.
Johann Melchior Dinglinger, einer der bedeutendsten Goldschmiede des Barocks, lernte das Goldschmiedehandwerk in Ulm, wechselte 1692 nach Dresden, wo er in die Goldschmiedeinnung aufgenommen wurde und 1698 zum Hofjuwelier Augusts des Starken ernannt wurde. Zahlreiche seiner Prunkstücke besitzt das Grüne Gewölbe in Dresden. Sein berühmtestes Werk, den Hofstaat zu Delhi am Geburtstag des Großmoguls Aureng-Zeb, schuf er gemeinsam mit seinen Brüdern, dem Emailleur Georg Friedrich und dem auf Juwelen spezialisierten Georg Christoph.
Der Dargestellte, Christian Ludwig (1683 - 1756), Sohn des Herzogs Friedrich I. v. Mecklenburg-Schwerin, heiratete 1714 Gustava Caroline Herzogin v. Mecklenburg-Strelitz und war seit 1747 regierender Herzog. Seine Regierungszeit zeichnete sich durch eine kulturelle Blüte aus. So ist u.a. seiner Initiative und kenntnisreichen Tätigkeit als Sammler der Aufbau der fürstlichen Gemäldegalerie zu verdanken sowie die Anlage des Schweriner Barockgartens.