
Medici-Vase mit Schlachtenszene und Ansicht des Blücherplatzes in Breslau
Berlin, KPM, um 1823. H 71,6 cm
Taxe: € 18.000 - 20.000,-
Ergebnis: € 128.000,-
Rekordpreis für ein KPM-Porzellan
Medici-Vase mit Schlachtenszene und Ansicht des Blücherplatzes in Breslau auf einem Postament. Auf der Schauseite der annähernd zylindrischen Wandung die außerordentlich fein gemalte Darstellung von Soldaten mit einer Schlachtenszene im Hintergrund. Verso die Ansicht des Blücherplatzes mit der Alten Börse in Breslau. Beide Darstellungen in einem Rahmen aus glanzgoldenen Palmetten auf einem mattgoldenen Grund. Dazwischen über den Volutenhenkeln jeweils ein goldradiertes Trophäenbündel auf chamoisfarbenem Grund. Der innere Lippenrand unglasiert, darauf ein goldradierter Fries von Blattranken. Die Unterseite der Vase mit sehr fein goldradiertem Eichenlaub, der Fuß mit Efeuranken und Immortellen. Die Verbindung zwischen Vasenkorpus und Fuß in Form zweier feuervergoldeter Bronzeringe mit beweglicher Steckverbindung, die im Vaseninneren mit einer Rosette abschließt. Das Postament von quadratischem Grundriss mit goldradiertem Dekor auf chamoisfarbenem Fond. Auf der Schauseite in Majuskeln die Widmungsinschrift "Andenken der elften Division". Auf der entgegengesetzten Seite die Devise "Ohne Kampf kein Sieg" auf einem Ordensband, das kreisförmig einen aufsteigenden Löwen umfasst. Dieses von üppiger Helmzier bekrönt und von zwei geharnischten Kriegern flankiert. Auf den übrigen zwei Seiten je eine Darstellung von schwerem Kriegsgerät, Barrikaden und Trophäen. Die Oberkante des Postaments umfasst von einer feuervergoldeten Bronzeschiene. Blaumarke Zepter, rote Reichsadlermarke mit K.P.M. Press- und Ritzzeichen. Zwei Chips am Vasenfuß, geringer Goldberieb.
Berlin, KPM, um 1823, der Soldatendekor wohl Johann Eusebius Forst.
Literatur: Zwei Vasen desselben Typs gehören zum Service für den Herzog von Wellington. Abgebildet im Kat. The Prussian Service, Berlin 1989, Nr. 13 - 14. Zu weiteren Geschenken an Heerführer siehe: Köllmann/Jarchow, München 1987, Bd I, S. 199 f.
Die Darstellung auf der Schauseite zeigt Soldaten des VI. Armeekorps, 11. Division, die in Breslau stationiert waren. Identifizierbar sind Gemeine und Unteroffiziere, im Hintergrund Kavalleristen und Husaren. Der Zusammenhang der Darstellung der Soldaten und des Breslauer Blücherplatzes mit dem Blücherdenkmal lässt darauf schließen, dass es sich bei der Vase um ein königliches Geschenk für einen ehemaligen Kommandanten der 11. Division handelt. Als Empfänger in Frage kommt hier Generalmajor Friedrich Leopold von Roeder, der die Division in den Befreiungskriegen führte und 1820 das Kommando abgab.