Pressevorbericht

Vom 29.04.2008

Kunstgewerbe
Auktion 919 am 16. Mai 2008


Deckelvase
Böttgersteinzeug, H 13,5 cm
Meißen, 1710 – 1713
Prov.: Grünes Gewölbe, Dresden

Spitzenobjekte der 910 Objekte enthaltenden Auktion sind: Frühes Meißener Porzellan (bis 40.000), deutsche und französische Barockmöbel (bis 80.000) sowie ein komplettes Augsburger Reiseservice um 1720 /38/40.000). In diesem Frühjahr kommt der erste Teil der bedeutenden Sammlung Schuster/Lehmann mit etwa 298 Lots aus den Bereichen Kunstgewerbe, Alte Kunst sowie Moderne und Asiatische Kunst zum Aufruf. Der Versteigerungserlös wird der Kinderkrebshilfe der Mildred-Scheel-Stiftung zufließen.

Porzellane


Einer der Höhepunkte der Slg. Schuster/Lehmann - und des Porzellans - ist eine in Meißen um 1710-1713 entstandene Deckelvase aus Böttgersteinzeug. Das rare, wohl 1920 auf der Versteigerung aus den Beständen des Grünen Gewölbes erworbene Objekt ist mit einer Taxe von 20/25.000 versehen (Lot 28). Des weiteren werden offeriert: Feinste Hoeroldt-Dekore seltene deutsche Porzellane, schöne Fayencen und Steinzeug, deutsches Schnittglas des Barock, darunter ein schlesischer Flakon mit dem Wappen des Trierer Erzbischofs Johann Philipp Reichsgraf v. Walderdorff (Lot 257, 2.000) sowie Miniaturen des frühen 19. Jh., ausgefallene Kunstkammerobjekte, französische Empire-Bronzen und Pendulen sowie weitgehend ostdeutsche Möbel des 18. Jahrhunderts. Auf 30/40.000 ist eine Meißener Balusterdeckelvase mit Kauffahrteiszenen von 1729/30 geschätzt (Lot 51). Ein ebenfalls in Meißen 1730/40 entstandener Walzenkrug mit Famille verte-Dekor liegt bei 20/25.000 (Lot 59). 22/25.000 lautet die Taxe für eine Meißener Deckelterrine mit Konturchinesen (Lot 60). Dieselbe Manufaktur hat bald nach 1774 ein Service mit Tierszenen nach La Fontaine geschaffen (Lot 111, 25/30.000). Beachtlich ist auch der bekannte Kaendlersche Herzdosenkauf von 1738 (Lot 156, 30/40.000). Hervorstechend ist auch der Anteil der hervorragenden Fürstenberger Porzellane aus der publizierten Sammlung Dirichs. Objekte dieser Qualität sind schon lange nicht mehr auf dem Markt gekommen, darunter mit Sommer, Herbst und Winter drei sehr seltene Jahreszeiten-Figuren für je 8/10.000 (Lots 137 ff.).

Einen der Schwerpunkte des Kataloges bildet eine außergewöhnliche, etwa 80 Lots umfassende Sammlung Keramiken und Gläser des Art Nouveau mit frühen Stücken von Emile Gallé und Daum Frères sowie zahlreichen Lampen (bis 15.000).

Bei den Möbeln ragt ein um 1600 entstandener Kölner Leinenschrank aus dem Umkreis des Melchior von Rheidt heraus; er kommt aus dem Düsseldorfer Theresienhospital (Lot 674, 30/40.000). Eine bedeutende Commode Louis XV, gestempelt Roussel, (Lot 813, 40/60.000) und ein sehr schöner, auf 60/80.000 taxierter mainfränkischer Aufsatzschrank (Lot 809) bilden den Höhepunkt bei den Barockmöbeln. Eine Pariser Pendule mit Pallas Athene aus der Zeit um 1820 liegt bei 35/40.000 (Lot 554A). Im Bereich des Historismus wird aus deutschem Schlossbesitz ein ausgefallenes englisches Kolonialmöbel aus Ägypten mit maurischer Architektur offeriert (Lot 882, 6/8.000), bei den Möbeln um 1900 eine sehr dekorative Vitrine von Léon Benouville (Lot 884, 20/30.000).

Herausragendes Objekt im Silberangebot ist mit 38/40.000 ein komplettes Augsburger Reiseservice verschiedener Meister um 1720 in Original-Schatulle, ehemals aus dem Besitz der Freiherrn von Pfetten und seither als Wöchnerinnenservice in der Familie des rheinischen Einlieferers (Lot 396). Außerdem: Ein früher Kokosnusspokal mit schöner Vermeilmon-tierung, wohl Siebenbürgen um 1600 (Lot 430, 9.000,-), ein vergoldeter Barockdeckelhumpen mit seltenem Überfangdekor des Nürnberger Meisters Johann Eißler vom Ende des 17. Jh. (Lot 427, 11/12.000), ein imposanter Münzdeckelhumpen, wohl Sachsen, 17. Jh. (Lot 413, 10.000,-) und eine große Louis XVI-Platte von Henry Auguste, dem späteren Hofgoldschmied Napoleons, Paris 1789 (Lot 485, 8.000). Das moderne Silber wird von einem Kaffee- und Teeservice von O. M. Ungers für 19.000 repräsentiert (Lot 533 A).

Die vielfältige Schmuckofferte bietet eine kleine, feine Sammlung publizierter Goldschmie-dearbeiten des Historismus, darunter ein aufwendig gearbeiteter Goldemail-Anhänger im Stil der Renaissance mit Darstellung der Verkündigung und reichem Steinbesatz (Lot 571, 10/12.000,-). Zu erwähnen ist auch der Jugendstilschmuck des Münchener Hofgoldschmieds Karl Rothmüller, dem das Bayerische Nationalmuseum gerade eine Sonderausstellung widmet. Wichtigstes Objekt der Dosen-Abteilung ist eine Louis XV-Goldtabatière mit Perlmuttmosaik und Goldpiqué (Lot 695, 20/22.000).

Auktion


16. Mai um 10.00 Uhr, Lempertz, Köln

Vorbesichtigung Köln


07. – 15. Mai 2008

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


Edgar Abs, Tel. 0221/92 57 29-30

Geo.net IT