Pressenachbericht
Vom 29.04.2008
Tribal Art
Auktion 918 am 26. April 2008
Seit 2003 veranstaltet Lempertz in seiner Brüsseler Filiale nach kurzer Unterbrechung erneut Auktionen aus dem Bereich Tribal Art. Brüssel ist neben Paris der maßgebliche Marktplatz für Stammeskunst in Europa. Nun hat Lempertz einen hervorragend dokumentierten Gedenkkopf eines Königs der Benin für 695.000 Euro versteigert. Das stellt einen internationalen Rekord für einen Benin-Kopf des 19. Jahrhunderts dar. In der diesjährigen Auktion mit alter Kunst aus Afrika und Ozeanien sind 243 Lose zum Aufruf gekommen. Neben einer kleinen Sammlung mit Skulpturen des Vodoon-Kultes aus Togo und Ghana – gesammelt von einem deutschen Bildhauer – wurden weitere hochwertige Einzelstücke aus diversen alten Privatsamm-lungen offeriert. Das Ergebnis der Auktion liegt deutlich über der Summe der Gesamttaxe.
Spitzenlos der Versteigerung war ein rarer Gedenkkopf aus Bronze für einen König aus dem alten afrikanischen Königreich Benin (Lot 134, 40/60.000). Der 50 cm große Bronzekopf war das sorgfältig gearbeitete Portrait von Oba Osemwenede (1816–1848) und zeigte den König in seinem prunkvollen, mit Korallenperlen geschmückten Ornat. Beispiele der ästhetisch anspruchsvollen und aus einer jahrhundertealten Tradition schöpfenden Kunst sind im Zuge einer britischen „Strafexpedition“ erstmals 1897 in Europa bekannt geworden, wo sie aufgrund ihrer hohen Qualität für Aufsehen und Interesse sorgten. Unser Beispiel stammte aus dem frühen 19. Jahrhundert und wurde durch den Kunsthändler William Webster in die bedeutende Sammlung des Geheimrats Professor Hans Meyer, Leipzig vermittelt, von wo aus sie anschließend in die Sammlung des Kunstsammlers Albert Wagenmann, Mannheim gelangte. Es ist äußerst selten, dass Kunstwerke aus Benin mit solch lückenloser Provenienz auf dem Markt auftauchen. Ein Karyatiden-Hocker der Luba ging, ebenfalls nach heftigem Bietgefecht, für 25.000 an eine rheinische Privatsammlerin (Lot 219, 8/10.000).
Mit 11.000 war ein seltenes Kriegsschild der Nakani der Insel Witau auf Neu-Britannien das erfolgreichste Objekt der Ozeanien-Offerte (Lot 2).
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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