Pressevorbericht
Vom 13.05.2008
Moderne Kunst Auktion 923 am 28. Mai 2008
  Fernand Léger Le Village. 1914 Gouache, 24 x 30,5 cm Schätzpreis: € 600.000 – 700.000,- 
Die Höhepunkte der ca. 310 Lots enthaltenden Auktion kommen von: Fernand Léger (600/700.000), Max Pechstein (350/400.000), Heinrich Campendonk (300/400.000) und Marc Chagall (200.000). Emil Nolde ist mit mehreren Aquarellen vertreten (bis 250.000). Ein weiterer Höhepunkt ist ein kürzlich neu entdecktes Skizzenbuch Ernst Ludwig Kirchners. Gerd Presler, der Verfasser des Werkverzeichnisses von Kirchners Skizzenbücher äußert sich zu dem Fund in seinem Gutachten wie folgt: "Das 1996 erschienene Werkverzeichnis der Skizzenbücher von Ernst Ludwig Kirchner umfaßt 180 Positionen. Seither wurde kein weiteres Exemplar registriert. Jetzt, nach zwölf Jahren, liegt ein in Umfang und Qualität herausragender Fund vor: Ein Skizzenbuch mit fast 100 Skizzen und einem handschriftlichen Eintrag. Kirchners 181 Skizzenbücher sind nahezu alle in Museumsbesitz. Das macht dieses aus Privatbesitz stammende Exemplar zu einer Rarität." Wie Presler weiter ausführt, benutzte Kirchner das Skizzenbuch „um seinen unmittelbaren schöpferischen Alltag künstlerisch zu verdichten“ (Lot 134).
Aus der prominenten Sammlung Schuster/Lehmann werden in den Bereichen Kunstgewerbe, Alte Kunst sowie Moderne und Asiatische Kunst insgesamt 298 Lots in der ersten Tranche in diesem Frühjahr der Kinderkrebshilfe der Mildred-Scheel-Stiftung versteigert. Bedeutend ist die Partie mit Klassikern vornehmlich der deutschen Moderne mit teils seltenen Arbeiten. Aus dieser Offerte ragen eine frühe Zeichnung von Paul Klee für 15/20.000 heraus, die Bronze-Sklavin Georg Kolbes von 1916 (35/40.000) sowie ein Nolde-Blumenstilleben für 80/120.000.
Highlight der Auktion ist die Gouache "Le Village" von Fernand Léger aus dem Jahr 1914, das aus der enorm seltenen Village-Serie stammt. Das ehemals in der Galerie Beyeler ausgestellte subtile Werk wird für 600/700.000 Euro angeboten (Lot 163). Ein pastorales Motiv von Heinrich Campendonck besticht durch seine expressive Farbgebung und anmutige Komposition. Das 1912 geschaffene Werk wird für 300/400.000 angeboten (Lot 40). Offeriert wird auch sein bislang unbekanntes Aquarell Paar von 1913, das den Künstler mit seiner Frau darstellt (Lot 39, 70/80.000). Ein mit 350/400.000 bewertetes Stilleben mit Fächer hat Max Pechstein 1918 in expressiven Ölfarben festgehalten (Lot 228, 350/400.000). Emil Nolde ist gleich mit mehreren Aquarellen vertreten: Eine um 1925 entstandene expressive Abendlandschaft mit Mühle (Lot 216, 200/250.000), eine eindrucksvolle Marschlandschaft mit roten Wolken von 1920/25 (Lot 214, 200/220.000), ein Sonnenuntergang mit Seglern (Lot 217, 140/150.000) sowie das noch nie publizierte Blatt von 1946 Meer mit schwarzem Dampfer (Lot 218, 70/90.000). Marc Chagall Daphnis et Chloé von 1961 gilt als eines der größten Zeugnisse der graphischen Meisterschaft des Künstlers. Dieses nach Format, Qualität und Zahl der Blätter (42 Lithographien in 2 Bänden) ist mit 200.000 bewertet (Lot 47). Hans Purrmann ist mit vier südlichen Landschaften aus den 1940er und frühen 1950er Jahren vertreten, darunter die mit 70/100.000 am höchsten bewertete Kirche von Castagnola; die Leinwand fängt die Stimmung des Tessins an einem sonnigen Wintertag ein (Lot 255).
Unter den 16 angebotenen Arbeiten Pablo Picassos befindet sich u.a. der auf 70/90.000 Euro taxierte, berühmte Linolschnitt Bacchanale au taureau noir. Das erste Exemplar von 50 trägt rückseitig den Sammlerstempel George Blochs, dem Verfasser des Werkverzeichnisses der Picasso-Druckgraphik (Lot 240). Offeriert wird auch die 1958 entstandene Lithographie Jacqueline de profil à droite (Lot 238, 25/35.000). Aus der prominenten Slg. Schäfer kommt ein sommerliches Idyll mit drei Damen Edward Cucuels (Lot 55, 50/70.000). Die Jazzkapelle von Otto Dix aus dem Jahr 1954 ist ein charakteristisches Beispiel für den künstlerischen Neubeginn des Malers nach 1945 (Lot 71, 75/80.000). Iwan Wassiljewitsch Kljuns auf den Grundfarben und -formen aufbauende suprematistische Komposition von 1920 ist mit 60/80.000 bewertet (Lot 144). Von Auguste Herbin kommen zwei abstrakte Gemälde der 1940er und 1950er Jahre, wobei Paul I von 1948 mit 80/90.000 am höchsten bewertet ist (Lot 114). Eine zweite, etwas frühere Leinwand liegt bei 60/70.000 (Lot 113).
Abstrakte Gemälde von André Lanskoy sind selten auf dem Markt anzutreffen. Die beiden angebotenen Leinwände liegen bei 70/80.000 und 25/30.000 (Lots 157/158). In spätimpres-sionistischem Duktus ist Gustave Loiseaus Fischereihafen in Dieppe von 1903 gehalten (Lot 165, 70/80.000). Jean-Baptiste Armand Guillaumin ist mit einer um 1900 entstandenen Creuse-Landschaft präsent (Lot 97, 50/60.000). Sehr selten sind präfauvistische Arbeiten des sehr eigenständigen provençalischen Künstlers Auguste Elisée Chabaud anzutreffen. Seine farbintensive Leinwand von 1902 liegt bei 40/45.000 (Lot 48). Sehr selten ist Joan Mirós Farbkreidezeichnung Hommage à Madame Gaby Malaquais von 1952 (Lot 186, 25/30.000). Otto Freundlichs abstrakte Pastell-Komposition von 1927/1929 ist mit 60/70.000 bewertet (Lot 90a); ein in überwiegend düsteren Farben gehaltenes Schiff im Sturm liegt bei 30/35.000 (Lot 90). Valerius de Saedeleer, der Ende des 19. Jh. zur ersten Generation der sog. belgischen „Mystikern“ gehörte, malte im Jahr 1925 eine beinahe surreal anmutende Winterlandschaft (Lot 273, 60/80.000). Kurt Schwitters’ Abstraktion 26, zarte Symphonie kommt aus einer bedeutenden deutschen Privatsammlung (Lot 291, 65/70.000). Willi Baumeisters R-A-X von 1948 ist ein charakteristisches Werk der Nachkriegs-Abstraktion des Künstlers (Lot 17, 50/60.000). Karl Hofer ist neben einem Akt von 1954 mit einer einst von den Nationalsozialisten im Konstanzer Museum als „entartet“ beschlagnahmten Tessiner Landschaft von 1933 vertreten (Lot 122, 40/45.000).
Bei den graphischen Werken expressionistischer Künstler werden prominente Blätter aufgerufen, darunter ein rares Selbstbildnis Max Beckmanns von 1918 für 25.000 (Lot 23), mehrere Arbeiten von Kirchner (bis 15.000), Klee (bis 20.000), Rohlfs (bis 45.000), Schmidt-Rottluff (mit den beachtlichen Melancholie und Mädchen vorm Spiegel von 1914 für je 18/24.000, Lots 282/284), Otto Mueller (bis 12.000), Pechstein (bis 15.000), Herm Dienz (11 Federzeichnungen zu Rilkes Cornet, bis 18.000) und Otto Dix (bis 10.000).
Bei den zahlreichen Skulpturen ragen u.a. Arbeiten folgender Künstler heraus: Hans Arps mehrfach ausgestelltes Relief Concret D von 1960 liegt bei 40/50.000 (Lot 1). August Gaul ist mit einem prominenten Werk vertreten. Einst stand in der Hardenbergstraße in Berlin sein Entenbrunnen aus dem Jahr 1911, von dem nun sechs bronzene Enten von einstmals elf für 45/48.000 offeriert werden (Lot 91). Georg Kolbe ist mit fünf Bronzen präsent, darunter die Sklavin von 1916 für 30/40.000 und die Kleine Hockende für 35/40.000 (Lots 147 ff.). Ludwig Kaspers Ruhende aus dem Jahr 1935 kommt auf 35.000 (Lot 130).
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28. Mai 2008 um 10.30 Uhr, Lempertz, Köln
Vorbesichtigung
Brüssel 14. – 16. Mai
Köln 23. – 27. Mai
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Edgar Abs, Tel. 0221/92 57 29-30
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