Pressevorbericht
Vom 07.05.2008
Berlin Auktion
Auktion 922 am 24. Mai 2008


Zwei Kratervasen mit Blumenmalerei auf Postamenten
Berlin, KPM. um 1825
Porzellan, H 65 cm

Nach den Erfolgen der letzten zwei Jahre hat sich die Berlin-Auktion des Kunsthauses Lempertz als fester Termin im Auktionskalender etabliert. Auch in diesem Frühjahr wird ein vielfältiges Angebot mit insgesamt 366 Lots unter dem Titel „Berlin“ offeriert. Der Schwerpunkt der Offerte liegt erneut beim Kunstgewerbe. Eine Vielzahl hochwertiger Porzellane, Fayencen, Preußischer Eisengussobjekte, Silberwaren und Gläser wird zum Aufruf kommen. Abgerundet wird das Programm durch Gemälde und Skulpturen Alter und Neuerer Meister.
In der großen Gruppe der Porzellane verdienen einige Stücke besondere Aufmerksamkeit. Eine französische Vase der KPM aus den Jahren 1837/1844 mit exquisit gemalter umlaufender Rheinlandschaft ist mit einer Taxe von 20/25.000 bewertet (Lot 140). Ebenfalls mit Ansichten deutscher Flüsse und Burgen bemalt, wird eine Reihe von sechs Tellern bei einer Taxe von je 3.000 angeboten (Lots 141-146). Einen der Höhepunkte der Porzellanauswahl stellt eine äußerst seltene Potpourri-Vase der KPM im Stile der um 1800 herrschenden Ägypten-Mode dar (Lot 49, 10/12.000). Anders als das Vergleichsstück in der Sammlung der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten ist dieses Exemplar mit einem herrlichen Steinimitat bemalt, das charakteristische Band mit den Phantasiehieroglyphen trägt auch unser Exemplar. Mit vollendet schöner Blumenmalerei sind zwei große KPM-Medici-Vasen mit Postament geschmückt (Lot 98 und 99, je15/18.000). Eine Vase derselben Form mit Soldatenszene erzielte in unserer Berlin Auktion im Jahre 2007 ein Ergebnis von 128.000.
Das Gegengewicht zu diesem Angebot exzellenter Formstücke bildet eine Vielzahl feinster, meist klassizistischer Tassen und Ansichtenteller, die mit Taxen zwischen 600 und 3.000 versehen sind. Zu erwähnen ist hier noch das perfekt erhaltene KPM-Porzellantondo mit elf Profilbildnissen der Familie Friedrich Wilhelms III. nach Vorlagen von Leonhard Posch (Lot 113, 7/9.000).
Freunden des Historismus wird u.a. eine Große KPM-Deckelvase mit den Porträts der Kaiser Wilhelm I und II für 20/25.000 an offeriert (Lot 209). Aus dem Jahr 1875 stammt eine große KPM-Amphorenvase mit Wilhelm I. (Lot 201, 20/25.000). Eine besondere Kuriosität stellt die glockenförmige KPM-Deckelvase mit den beiden Ansichten der kaiserlichen Yacht Hohenzollern und der Segelyacht Meteor nach Gemäldevorlagen von W. Stöwer dar (Lot 208, 8/10.000). Den Abschluss der Porzellanstrecke bildet eine spektakuläre KPM-Jugendstil-Keksdose mit skulpturalem Charakter von Emil Rutte, die nach Dekorentwürfen von Adolf Flad aufwendigst bemalt wurde (Lot 212, 14/16.000). Unter den Produkten der Berliner und Potsdamer Fayencemanufakturen ist eine große Reliefkachel mit dem Porträt Friedrichs II. aus der zweiten Hälfte des 18. Jh. hervorzuheben. Ein vergleichbares Exemplar befindet sich im Potsdam-Museum (Lot 10, 5/6.000).
Aus dem vielfältigen Silberangebot sticht ein Paar klassizistischer Girandolen des Berliner Silberschmieds Joh. Georg Wilh. Heinicke hervor, das mit einer Taxe von 10/12.000 angeboten wird (Lot 233). Eine dreiteilige klassizistische Leuchtergarnitur, 1837 von Johann George Wilhelm Peters um 1830 in Berlin gefertigt, liegt bei 9.000 (Lot 237). Aus der Werkstatt J.G. Hossauers kommt ein 1837 gearbeitetes Présentoire aus dem Service der Großherzöge v. Mecklenburg-Schwerin für 6/8.000 (Lot 238). Ein umfangreiches Besteck für die Hofhaltung Friedrich Wilhelms IV. mit Monogramm wird mit einer Taxe von 10/12.000 angeboten (Lot 241). Hinzu kommen weitere Teile aus der Hofsilberkammer aus der Zeit Kaiser Wilhelms II.
Offeriert wird ebenfalls eine reiche Auswahl an Eisengussobjekten preußischer Hütten. Hervorzuheben ist ein Paar Dosen mit Reliefbildnissen der Königin Luise und Friedrich Wilhelms III. (Lot 293, 3.000).
Unter den angebotenen Gemälden und Skulpturen sticht eine in der Berliner Werkstätte der Gebrüder Michaeli entstandene Marmorbüste Goethes nach C. D. Rauch hervor (Lot 341, 30/35.000). Gemälde und Zeichnungen der Berliner Maler Andorff, Hosemann, Krüger und Menzel sind ebenso im Programm enthalten. Eine besonders farbenfrohe und großformatige sommerliche Wannseelandschaft des Malers Paul Schad-Rossas aus dem Jahr 1914 ist mit einer Taxe von 12/15.000 versehen (Lot 351).
Auktion
24. Mai um 11.00 Uhr, Lempertz, Berlin
Vorbesichtigung
Berlin 16. – 22. Mai 2008
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Edgar Abs, Tel. 0221/92 57 29-30