Pressevorbericht
Vom 13.05.2008
Zeitgenössische Kunst
Auktion 924 am 29. Mai 2008


Damien Hirst
Dicetyl Phosphate. 2005
Household gloss auf Leinwand, 53,3 x 109,2 cm
Schätzpreis: € 400.000 – 550.000,-

Die Auktion umfaßt 506 Objekte und folgende Highlights: Damien Hirst (400/550.000), James Lee Byars (120.000), John Baldessari (270/300.000), Günther Uecker (300/350.000 und 100.000), Jörg Immendorff (150.000 und 140.000), Joseph Beuys (70/100.000), Sam Francis (zweimal 80/120.000) und Wilhelm Nay (150.000, resp. 80/120.000). Spitzenlose der zeitgenössischen Photographie sind Thomas Struth mit 45/60.000 und Jürgen Klauke mit 25.000.
Einen weiteren Höhepunkt der Auktion bilden die 40 Arbeiten auf Papier der 1960er Jahre Sigmar Polkes aus der bedeutenden, circa 20.000 Werke umfassenden Sammlung Carl Vogel aus Hanmburg. So geht etwa der Bestand des Horst-Janssen-Museums in Oldenburg im wesentlichen auf die Sammlung Vogels zurück. Offeriert werden Gouachen und Aquarelle im Standardformat Polkes von ca. 29 x 21 cm. Groß ist die Bandbreite der bekannten Motive und Techniken von Gouachen (bis 40.000 Euro) bis hin zu photographischen Arbeiten (bis 25.000). Diese faszinieren durch ihre experimen-tellen Elemente; viele dieser Werke sind farbig überarbeitet. Neben den 31 Unikaten werden in der Auktion auch zahlreiche Druckgraphiken aus dieser Provenienz versteigert (Lots 858 ff.).
242 bunte Punkte bilden mit 400/550.000 das Spitzenlos der Auktion. Damien Hirst hat sie in raffiniertem Rhythmus und perfekter Technik 2005 in Dicetyl Phosphate mit Haushaltslack auf Leinwand gebracht (Lot 545). Unzählige Nägel wurden von Günther Uecker in der ungewöhnlich großen Arbeit Weißes Phantom (285 x 285 x 20 cm ) mit Acryl überarbeitet. Diese sehr dynamisch-bewegte Nagelung stammt von 1995 und ist mit 300/350.000 bewertet (Lot 803). Ein in der Konzeption identisches hierzu entstandenes Modell wird mit 25/35.000 Euro veranschlagt (Lot 804). Bei 100.000 liegt Touch, eine weitere Nagelung aus dem Jahr 1980 (Lot 806) und bei 80.000 Zero Garden von 1966 (Lot 802). John Baldessaris Building (with Two Cars) and Goat Eating Dynamite, eine charakteristische dreiteilige Arbeit von 2001 aus der Overleap Series wird für 270/300.000 angeboten (Lot 448). James Lee Byars ist mit The Poet’s Glass, einer 7-teiligen Papierarbeit mit Marmorkugel für 120.000 vertreten (Lot 460). Eine sog. bronzene Wächterfigur von Jörg Immendorff aus dem Jahr 1989 wird für 150.000 offeriert (Lot 563). Bei 140.000 liegt seine Bronzeplastik Fortuna-Läuferin auf einer Weltkugel desselben Jahres (Lot 564); seine Bronzefigur Malerstamm – Tilmann von 2005 kommt auf 60/80.000 (Lot 565). Ernst Wilhelm Nays Ketten und Karten von 1954 liegt bei 150.000 und eine fünf Jahre später entstandene unbetitelte Leinwand bei 80/120.000 (Lots 662/663). Sein selten mit allen vier Gouachen vollständig offerierter Zyklus Jakobsleiter ist auf 60/80.000 taxiert (Lots 658 ff.). Sam Francis ist mit zwei Leinwänden der frühen 1960er Jahre und einer Arbeit auf Karton beteiligt (Lots 512 ff., bis 120.000).
Aus der Beuys-Offerte mit 23 Arbeiten ragt eine Rarität von besonderer Zartheit stellt ein kleines Holzrelief dar. Das 1949 gearbeitete liegende Schaf erinnert an seinen Lehrer Ewald Mataré und zeichnet sich durch intellektuelle Reife aus: Die körperliche Plastizität wird durch das Herausarbeiten von positiver und negativer Perspektive subtil gesteigert (Lot 426, 70/100.000). Einer seiner bekannten Filzanzüge ist auf 35/40.000 geschätzt (Lot 432). Aus dem Jahr 1964 stammt eine kleinere unbetitelte Eisenplastik von Lynn Chadwick 50/80.000 (Lot 476, 50/80.000). Christo ist mit einem verpackten Reichstag in Mischtechnik vertreten (Lot 481, 70/80.000). Ein unbetiteltes Achrome von Piero Manzoni ist mit 50/70.000 bewertet (Lot 628). Emil Schumachers unbetitelte Arbeit (Dagon) von 1987 ist mit einer Taxe von 60.000 versehen (Lot 751). Victor Vasarélys charakteristische Leinwand von 1977 wurde direkt beim Künstler erworben (Lot 810, 50/60.000). Johann Georg Müllers auf Leinwand und Holz gemalten beiden Arbeiten von 1939 und 1950 sind auf bis zu 60/80.000 geschätzt (Lot 648/649).
Mit einer zweiteiligen, farbig gefassten Gipsplastik ist Abraham David Christian, dessen Skulpturen auf dem asiatischen Markt sehr gesucht sind, präsent (Lot 477, 40.000). Arman ist viermal vertreten, darunter mit einem mit Farbtupfen bearbeiteten Konzertflügel (Lot 414, 30.000). Gerhard Richter kommt mit einer kleinen Leinwand von 1985 (Lot 720, 35.000), Adolf Luthers sphärisches Hohlspiegelobjekt liegt bei 30.000 (Lot 612) und Henri Michaux’ Tuscharbeit ist mit 30/32.000 bewertet (Lot 647).
Zwei während Banksys Tour durch Berlin im Jahr 2003/2004 mit der Ratte als seinem Markenzeichen besprayte Kabelverzweigungsgehäuse werden für 20/25.000 resp. 10/15.000 offeriert (Lots 417/418). Auch Jonathan Meese fehlt nicht: Sankt Beowulfin, mein wildes Heer, nahend der flammenden Paladine des Vorkampfes ..., eine 120 x 100 cm große Leinwand von 2003, kommt auf 35.000 (Lot 633).
Zwischen 25/35.000 liegen Arbeiten von Keith Haring, Antonio Calderara, Rainer Fetting, Bryan Hunt, Imi Knoebel, Markus Lüpertz, Heinz Mack, Blinky Palermo, Hiroshi Sugitomo und Antoni Tàpies.
Bedeutendstes Lot der zeitgenössischen Photographie ist PARADISE 29, PERU, ein Farbphoto von Thomas Struth aus den Jahren 2005/2006. Der 157,7 x 247,4 cm große
C-Print auf Kunststoffplatte unter Plexiglas (Diasec) ist auf 45.000 bis 60.000 geschätzt (Lot 770). Jürgen Klauke ist mit zwei Photoarbeiten bis 25.000 vertreten (Lots 575/576). Louise Lawler kommt mit einem Cibachrome-Print von 1988 auf 15/20.000 (Lot 590).
Auktion
29. Mai 2008 um 10.30 Uhr, Lempertz, Köln
Vorbesichtigung
Brüssel 14 .- 16. Mai
Köln 23. – 27. Mai
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Edgar Abs, Tel. 0221/92 57 29-30