Gemälde und Kunstgewerbe Gemälde 15. – 19. Jahrhundert
Pietro Perugino, in der Art Madonna mit Kind Öl auf Holz, 29 x 20,5 cm Taxe: € 2.000,- Ergebnis: € 238.000,-
Attraktiv waren Angebot und Schätzpreise in der erstmals veranstalteten Lempertz-Auktion mit Kleinmeistern vom 13. März. Die Offerte war ausschließlich auf Gemälde des 15.–19. Jahrhunderts konzentriert. Begehrt waren Landschaften ebenso wie Stillleben, Interieurs, Stadtansichten, Marinen und Madonnen deutscher, flämischer, niederländischer sowie einiger italienischer Meister. Ergebnis waren ein sehr erfreuliches Gesamtresultat und eine Verkaufsquote von 140% der Schätzpreise.
Highlight der Auktion mit insgesamt 123 Bildern wurde eine reizvolle Madonna mit Kind in der Art von Pietro Perugino aus der Wesendonk-Sammlung; das Bild wurde dann 1935 auf einer Lempertz-Auktion von der Sammlung Wallraf ersteigert. Schon während der Vorbesichtigung erregte das 29 x 230,5 cm große Gemälde großes Interesse. Zahlreiche schriftliche Gebote und Telefonbieter trieben das auf 2.000 Euro geschätzte Bild schnell nach oben. Als diesen bei etwa 30.000 die Luft ausging, begann aber erst das eigentliche Bietgefecht. Ein Schweizer kämpfte hartnäckig gegen einen Konkurrenten aus London. Der spannende Kampf endete erst bei 238.000 zugunsten des Schweizerischen Bieters (Lot 34), der auch zwei Sous-Bois-Stillleben eines niederländischen Meisters des 18 Jh. für 13.000 den Mitstreitern entwendete (Lot 32, 2.500). Ein Großteil der Alten Meister wurde zwischen 4.000 und 8.000 zugeschlagen, darunter auch ein Bildnis Christoph Otto von Unruhe, das von 1.500 bis 6.500 von einem Privatsammler gesteigert wurde (Lot 43).
Das 19. Jh. wurde von einer sehr dekorativen, 26,5 x 35 cm großen Venedig-Vedute, die den Katalogumschlag schmückte, dominiert. Der Blick auf den Canal Grande mit Rialtobrücke eines venezianischen Meisters des frühen 19. Jh. lockte nicht nur zahlreiche italienische Bieter. Ein französischer Sammler mußte für die auf 2.500 geschätzte Leinwand 13.000 anlegen (Lot 116). Auch Aleksander Swieszewskis stimmungsvoller Lago di Auronzo in den Dolomiten entfachte starkes Interesse. Ein amerikanischer Sammler setzte sich schließlich bei 9.000 gegen die Mitbieter durch (Lot 112, 2.000).