Pressenachbericht

Vom 15.06.2010

Asiatische Kunst
Große Steigerungen für chinesische Kunst & Umsatz Frühjahr 2010


Buddha Shakyamuni
China, Ming-Dynastie, 16./17. Jh.
Feuervergoldete Bronze, H 65,5 cm
Taxe: EUR 130.000,-
Verkauft für EUR 334.000,-

Bei großem internationalen, insbesondere chinesischem Interesse erzielten erwartungs-gemäß die chinesischen Kunstwerke die höchsten Preise. Mit einem Umsatz von über 2,5 Mio. Euro für die Asiatische Kunst konnte allein das Ergebnis der chinesischen Kunst die Schätzpreise um das Doppelte übertreffen. Die Auktion wurde zu einer der erfolgreichsten Versteigerungen Asiatischer Kunst der letzten Jahre bei Lempertz – wobei der relative Erfolg für die japanische Kunst aber, wie seit etwa zehn Jahren international zu beobachten ist, nicht mit der chinesischen Kunst zu vergleichen ist.

Ein großer Buddha Shakyamuni stieg mit 334.000 weit über seine Taxe von 130.000. Eine Tuschmalerei des Künstlers Wu Guanzhong – von dem Lempertz im Herbst letzten Jahres zwei Malereien sehr erfolgreich versteigert hat – kam auf 167.000 (Taxe 40.000). Der gewaltigste Sprung aber gelang einem kleinen, 20 cm hohen Tischstellschirm. Ein hartnäckiges, nicht enden wollendes Bietgefecht trieb ihn von 3.000 bis auf 297.000. 105.000 erkletterte ein Bambus-Pinselbecher – ausgehend von einer Taxe von 10.000.

China

Highlight der Skulpturen wie der Auktion wurde eine fein gearbeitete, große Figur des Buddha Shakyamuni der Ming–Zeit aus dem 16./17. Jh. Ein heftiges Bietgefecht trieb die mit 130.000 bewertete Skulptur weit nach oben; deutscher Handel konnte sich erst mit dem Einsatz von 334.000 gegen die starke Konkurrenz durchsetzen (Lot 44). Ein weiterer Höhepunkt wurde der frühe und seltene Kopf eines Luohan aus dem 13./14. Jh. Das mit einer Taxe von 35.000 versehene 45 cm große Holzobjekt aus der Song–/Yuan–Dynastie ging für 57.000 nach Hongkong (Lot 45). Ein großer Buddha Amitabha der Ming–Zeit aus feuervergoldeter Bronze kam auf 35.000 (Lot 41, 30.000).

Das chinesische Kunstgewerbe konnte den steilsten Anstieg verzeichnen. Ein 20,2 cm hoher Tischstellschirm aus Holz, Sodalith und grün gefärbtem Bein mobilisierte nicht nur zahlreiche internationale Telefone. Die Taxe von 3.000 war schnell überwunden und ein spannender, lange dauernder Bietwettkampf katapultierte das Stück bis auf 297.000, die ein chinesischer Bieter schließlich bewilligen musste (Lot 157). Auch ein 16,4 cm großer Pinselbecher aus Bambus übertraf mit den 105.000 eines Sammlers aus Hongkong seine Taxe von 10.000 bei weitem (Lot 148). Kaum weniger begehrt war ein bronzener Weihrauchbrenner aus dem 18. Jh. Hier konnte ein Bieter aus Italien erst bei 62.000 den Sieg erringen (Lot 62, 3.500). Ein großes Cloisonné–Becken aus der zweiten Hälfte des 17. Jh. sprang von 10.000 bis auf 54.000 (Lot 69) und ein Paar Cloisonné-Kerzenhalter aus dem 18. Jh. von 2.000 auf 34.000 (Lot 69a). Von 12.000 auf 46.000 kam ein vergoldeter bronzener Vogelkäfig mit Cloisonné-Einlagen (Lot 70). Großes Begehren weckte auch eine Vase aus Jade, die erst bei 36.000 von einem chinesischen Bieter übernommen werden konnte (Lot 93, 1.000).

Die Moderne und zeitgenössische chinesische Malerei lieferte einen weiteren Höhepunkt der Auktion. Aus einer kleineren Gruppe zeitgenössischer chinesischer Künstler ragte eine Malerei in Tusche und Farben des 1919 geborenen Wu Guanzhong heraus. Wu Guanzhong gehört zu den führenden chinesischen Malern des 20. Jahrhunderts und zählt zu den wenigen Künstlern seiner Generation, die sich sowohl in China als auch im Westen etabliert haben. Sein auf 40.000 geschätztes, 67,6 x 68,5 cm messendes Dorf am Wasser weckte großes Interesse. Ein Sammler aus Hongkong konnte sich erst mit 167.000 durchsetzen (Lot 269). Das Bild eines Bergtempels von Zhang Daqian (1899–1983) wurde von 3.500 bis auf 31.000 getrieben (Lot 256).

Höhepunkt der 120 Keramiken und Porzellane umfassenden Abteilung wurde eine sechskantige blau–weiße Drachenvase mit gelbem Grund. Das aus der Qianlong–Periode stammende und einst Otto Grotewohl, dem ersten Ministerpräsidenten der DDR, von Mao geschenkte Stück kam von 2.800 bis auf 27.000 und tritt nun eine Reise nach Malaysia an (Lot 318).

Japan

Den größten Erfolg der sehr gut abgesetzten Holzschnitte konnten sämtliche Arbeiten Katsushika Hokusais verbuchen. Von 1.500 bis auf 8.000 trieb englischer Handel ein Ôban des Künstlers aus der Serie „Reise zu den Wasserfällen aller Provinzen“ (Lot 488). Ein Ôban der „36 Ansichten des Berges Fuji“ konnte erst bei 8.000 in neue Hände übergehen (Lot 489, 1.200). Noch mehr mußte wiederum englischer Handel mit 10.000 für ein Surimono investieren (Lot 492, 1.600).

Für eine um 1900–1910 entstandene und von Udagawa Kazuo signierte 58,5 cm große Bronzegruppe mit Mutter und Kind auf einer Holzbank bewilligte ein rheinischer Sammler 12.500 (Lot 728, 12.000). Aus der großen Abteilung Malerei mit zahlreichen seltenen buddhistischen Bildern ragte mit 10.000 ein Lackpaneel des 1999 verstorbenen Künstlers Morita mit dem Schriftzeichen „en“ (Garten) heraus (Lot 689, 3.500).

Bei den Netsuke ragte mit 7.500, die ein deutscher Sammler gewährte, ein von Yoshikata signierter spielender Fukurokuju aus der Mitte des 18. Jh. heraus (Lot 941, 4.200). Eine von Masanobu signierte Gruppe mit Shôki und zwei oni aus Elfenbein kletterte von 3.000 auf 7.000 (Lot 948). Fünf miteinander verbundene Kalebassen aus Buchsbaum, von Masanao im frühen 20. Jh. gefertigt, gingen für 7.000 in die Schweiz (Lot 1016, 5.000).

Umsatz Frühjahr 2010

Lempertz hat in diesem Frühjahr mit insgesamt 15 Auktionen – darunter alleine acht Privatsammlungen – so viele Versteigerungen wie noch nie in einem Frühjahr abgehalten. Lempertz konnte bei der Alten und bei der Modernen Kunst den Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode jeweils verdoppeln und in der abgelaufenen Saison mit einem Ergebnis von knapp 26 Mio. Euro seine führende Position unter Deutschlands Auktionshäusern erneut weiter ausbauen.

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