Pressenachbericht

Vom 08.12.2009

Zeitgenössische Kunst
Auktion 948 am 5. Dezember 2009


Günther Uecker
Ohne Titel. 1964
Nagelrelief auf Leinwand, 87 x 87 x 8 cm
Taxe: € 100.000,-
Verkauft für: € 350.000,-
Weltrekordpreis

WELTREKORD FÜR UECKER
TEURE NÄGEL UND KARTOFFELN

Sehr erfolgreich war Günther Uecker mit dem Weltrekordpreis von 350.000 für eine Nagelung sowie einer weiteren Nagelung für 166.000. Weitere Höhepunkte der 412 Objekte umfassenden Auktion wurden mit 196.000 und 147.000 zwei reliefierte Leinwände von Enrico Castellani, ein Gemälde von Konrad Klapheck (202.000), eine Abstraktion Gerhard Richters mit 307.000 und eine große Mischtechnik Emil Schumachers (233.000). Auffällig war auch hier der hohe Anteil ausländischer Bieter.

Günther Uecker war mit vier Nagelreliefs vertreten, die deutlich über ihre Taxen gesteigert wurden. Eine frühe, sehr dichte titellose Nagelung von 1964 mobilisierte großes Interesse bei Telefon- und Saalbietern. Nach einem spannenden Bietgefecht konnte sich deutscher Handel erst bei 350.000 durchsetzen: Weltrekordpreis für den Künstler (Lot 665, 100.000). Kaum weniger begehrt war eine Spirale aus dem Zero Garden–Zyklus von 1966, die von 110/120.000 bis auf 166.000 gehoben wurde, die ein Schweizer Sammler bewilligte (Lot 666), der auch das Phänomen eines Regenbogens von 1963, für das der Künstler 1963 auf der Biennale San Marino den ersten Preis für die Gruppe ZERO erhalten hatte, auf 108.000 steigerte (Lot 664, 60/80.000).

Ein weiterer deutscher Beitrag der ZERO–Gruppe waren frühe Arbeiten von Heinz Mack, die teilweise deutlich die Taxen übertrafen. Eine auf 1957 datierte Leinwand war mit 20/30.000 bewertet und stieg nach reger Beteiligung bis 55.000, die belgischer Handel einsetzte; ein frühes Lichtrelief (1960) aus Aluminium sprang von 10/15.000 auf 23.000 (Lots 510/511). Auch ein Spiegelobjekt Adolf Luthers konnte mit ebenfalls 23.000 seine Taxe deutlich überwinden (Lot 506, 15.000).

Die Gruppe ZERO vertrat auch der italienische Künstler Enrico Castellani, von dem zwei reliefierte Leinwände angeboten wurden. Für eine frühe, nur aus blauem Stoff bestehende von 1960 – mit der hervorragenden Provenienz des Mailänder Galeristen Arturo Schwarz versehen – setzte ein österreichischer Sammler 196.000 ein (Lot 357, 160/180.000). Er übernahm ebenfalls eine weitere mit Öl reliefierte Leinwand von 1997 für 147.000 (Lot 358, 120/150.000). Das IKB-gefasste Multiple L'Esclave mourant d'après Miche-Ange seines französischen ZERO-Kollegen Yves Klein wurde von belgischem Handel bei 32.000 übernommen (Lot 472, 20/30.000). Für 96.000 ging die 1977 Öl/Metallarbeit Yellow Telesculpture von Takis (Panayiotis Vassilakis) in den französischen Handel (Lot 651, 40/60.000).

Für ein abstraktes Gemälde auf Alu-Dibond von Gerhard Richter aus dem Jahr 2004 legte ein deutscher Sammler 307.000 an (Lot 585, 280/300.000). Tangun, eine großformatige Arbeit (170 x 250 cm) von Emil Schumacher aus dem Jahr 1988 lag bei geschätzten 130/150.000. Ein deutscher Sammler konnte sich gegen die hartnäckige Konkurrenz erst mit einem Einsatz von 233.000 durchsetzen (Lot 639). Das deutsche Informel vertrat auch Karl Otto Götz mit seiner Leinwand Ild-FEIT aus dem Jahr 1957; ein deutscher Bieter bewilligte 86.000 (Lot 422, 70/80.000). Ernst Wilhelm Nays titellose Leinwand von 1951 wurde mit 72.000 honoriert (Lot 532, 30/40.000). Bernhard Schultzes Migof-Bronzeskulptur von 1992 ging für 26.000 in neue Hände; eine Migof-Drahtskulptur aus dem Jahr 1969 sprang von 10/15.000 auf 23.000 (Lots 633/634).

Die Erben von Konrad Klaphecks Die Erben (1961) werden sich gefreut haben. Mit einer Taxe von 50/60.000 versehen, entfachte die Leinwand ein hartnäckiges Bietgefecht, das deutscher Handel erst bei 202.000 für sich entscheiden konnte (Lot 470).

Antoni Tàpies’ eindrucksvolle Arbeit Large India Ink (1964) ging für 86.000 (Lot 640, 70.000). Einen Apparat, mit dem eine Kartoffel eine andere umkreisen kann, hat Sigmar Polke erfunden. Um dieses frühe (1969) und auf dem Kunstmarkt selten angebotene Multiple wurde lange gerungen. Amerikanischer Handel mußte schließlich 91.000 einsetzen (Lot 573, 28/32.000). Ebenso erfindungsreich zeigte sich Robert Rauschenberg in der Transferzeich-nung Shade von 1968. Deutscher Handel honorierte das Blatt mit 76.000 (Lot 580, 50.000). Victor Vasarélys Op Art–Gemälde TRIDIM – HH –2 kam auf 59.000 (Lot 671, 40/50.000). Ein italienischer Sammler trieb Christos 2–teiligen Wrapped Reichstag von 1977 von 40.000 bis auf 59.000 (Lot 368).

Zwei geschnitzte, auf Baumsockel gestellte und für die Aufhängung an der Wand gearbeitete Kühe von Stefan Balkenhol waren einem deutschen Sammler 37.000 wert (Lot 323, 25/30.000). Eine weitere kleine Schnitzarbeit des Künstlers mit Mann auf Hirschgeweih ging bei 22.000 (Lot 322, 18/20.000). Tree Parasite with Balls, ein 18 x 27 cm kleines Gemälde von 2002 des polnischen Künstlers Wilhelm Sasnal, der gerade mit einer umfangreichen Ausstellung in Düsseldorf gewürdigt wird, erlöste 32.000 (Lot 610, 28.000).

Den Bericht zur Offerte Zeitgenössischer Photographie innerhalb der Auktion Zeitgenössische Kunst finden Sie bei der Presseerklärung Photographie.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


Edgar Abs, Tel. 0221/92 57 29-30

Geo.net IT