Pressenachbericht

Vom 23.11.2009

Kunstgewerbe
Auktion 946 am 20. November 2009


Art Déco-Brosche mit Naturperltropfen
Weißgold, Diamanten, Naturperle
Deutschland, Anfang 1920er Jahre
Taxe: € 12/15.000,-
Verkauft für: 135.000,-

Eine Perle für 110.000 EUR

Spitzenlos wurde mit 540.000, die ausländischer Handel bewilligte, ein um 1877 in Paris entstandener monumentaler Prunkschrank Japonismus von Edouard Lièvre. Das imposante Möbel beeindruckte durch eine ebenso feierliche wie exotische Atmosphäre. Lièvre gehört zu den wohl größten Designern des Historismus wurde erst vor wenigen Jahren wiederentdeckt. Schon allein dieses eine Möbel belegt seine gestalterischen Fähigkeiten und demonstriert, wie er das Credo seiner Zeit formulierte (Lot 693, Taxe 400/500.000).

Ein weiteres Highlight der Auktion war mit 135.000 (Taxe 12/15.000) eine heftig umkämpfte äußerst seltene, große Art Déco-Brosche mit einem sehr großen Naturperltropfen. Höhepunkt der frühen Meißener Porzellane wurde mit 27.000 ein Cremetopf mit Schale. Ein sehr seltener, aus dem zweiten Viertel des 18. Jh. stammender Hausmalerkrug aus Hanau übertraf ihn mit 49.000. Die sehr gut abgesetzte, umfangreiche Silber-Offerte wurde von einem bedeutenden St. Petersburger Teeservice aus der Zarenfamilie dominiert (26.000). Ein Rokoko-Zylinderbüro kam auf 31.000 und ein seltener großer, repräsentativer Paravent Art Nouveau von Paul Girardet auf 36.000.

Spitzenstück des Schmucks wurde mit 135.000 eine deutsche Art Déco-Brosche vom Anfang der 1920er Jahre mit einer äußerst seltenen, und besonders großen Naturperltropfen. Hier lieferten sich nach der Aufgabe der anderen Bieter ein englischer und ein deutscher Händler ein spannendes Bietgefecht, des dieser Dank seiner Unnachgiebigkeit für sich entscheiden konnte (Lot 479, 12/15.000). Ein in derselben Zeit entstandenes platingefasstes Art Déco-Rivièrencollier mit 37 kissenförmigen Altschliffdiamanten kam auf 26.000 (Lot 480, 17/20.000).

Ein weiteres Highlight bei den Möbeln wurde - neben dem Lièvre-Schrank - mit 36.000 ein von Paul Girardet signierter und auf 1905 datierter extrem seltener; großer, repräsentativer Art Nouveau-Paravent mit atmosphärischer Herbstlandschaft. Von Girardet sind nur diese Paravents bekannt, die offensichtlich seine Spezialität darstellten, ansonsten weiß man nur wenig über diesen Künstler. (Lot 713, 35/40.000). Eine wunderbare kleine Kommode von Abraham Roentgen (20,5 x 54,5 x 31,5 cm), von der nur ein einziges weiteres Exemplar bekannt ist, wurde bei 18.000 übernommen (Lot 631, 15.000). Ein mittelrheinisches oder mainfränkisches Rokoko-Zylinderbüro aus der Zeit um 1760/70 wurde bei 38.000 von einem deutschen Bieter übernommen (Lot 637, 20/30.000).

Highlight der Porzellane wurde mit 27.000, die englischer Handel gewährte, einen besonders schön nach Stichvorlagen bemalten Meißener Cremetopf mit Schale (Lot 15, 21/23.000). Eine frühe, exzeptionell schöne Kaffeekanne mit frühen Hoeroldt-Chinesen, um 1723/24 ging für 12.000 an einen deutschen Bieter (Lot 4; 10/13.000). Bei 20.000 lag eine eine Meißen-Gruppe mit drei Ausrufern (Lot 61, 16/18.000). Ein Meißener Walzenkrug sprang auf 17.000 (Lot 1 8/10.000).

Höhepunkt bei Fayencen war mit 49.000 ein seltener, mit einem farbigen Blumenstrauß und Insekten dekorierter Hanauer Hausmalerkrug aus dem zweiten Viertel des 18. Jh.; die Bemalung wird Bartholomäus Seuter zugeschrieben (Lot 203, 40/45.000).

Höhepunkt des Silbers, das exzellent abgesetzt werden konnte, wurde ein bedeutendes St. Petersburger Teeservice von Henrik Hacklin bzw. Nicholls & Plincke aus den Jahren 1864-67mit Zarenprovenienz, das für 26.000 in amerikanischen Handel ging. Das Service war ein Hochzeitsgeschenk des russischen Großfürsten Konstantin, eines Sohnes Zar Nikolaus I., an seine illegitime Tochter Anna Konstantinovna Kniazev. Es gelangte bei ihrer Flucht 1917 nach Belgien und blieb seither im Besitz der Familie (Lot 397, 10/14.000).

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


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