Pressevorbericht
Vom 26.03.2010
Tribal Art
Kunst aus dem Kongo. Bedeutende Belgische Sammlung


Kongo. Maske der LuluwaHolz, H 29 cm
Prov.: von Karel Timmermans 1965 erworben
Taxe: € 30.000 – 40.000,-

Unter den insgesamt 103 offerierten Losen – darunter 13 ozeanische und 81 afrikanische Kunstwerke – sticht eine 26 Objekte umfassende bemerkenswerte Africana–Sammlung heraus, die von einem 1966 verstorbenen belgischen Sammler zusammengetragen wurde. Dieser hatte sein Leben ganz der Kunst und Wissenschaft gewidmet. Mit dem Sammeln afrikanischer Kunst begann er in den 1920er Jahren. Seine Neigung und seine umfassende Kenntnis führten zu einer Konzentration der Sammlung allein auf die künstlerischen Hervorbringungen des Kongo–Gebietes. Trotz seines Hangs zur Zurückgezogenheit unterhielt der Sammler nicht nur Kontakt zu zahlreichen Missionaren, sondern auch zu renommierten Gelehrten und Sammlern, darunter Jef Vanderstraete, Frans Olbrechts und die Timmermans–Brüder.
Seine Kinder bewahrten die Sammlung in ihrer Geschlossenheit bis zum heutigen Tag. Nun haben sie Lempertz eine kleine exquisite Auswahl zur Versteigerung anvertraut. Zu den Höhepunkten der Sammlung gehört eine von Karel Timmermans 1965 übernommene hölzerne, 30,4 cm große Nkaki–Maske der Lwalwa (Lot 94, 30/40.000). Diese außerordent-lichen Masken gehören zu den besten und inspirierendsten Hervorbringungen afrikanischer Kunst; sie haben auch in der europäischen Kunstgeschichte eine herausgehobene Bedeutung erlangt. Seit den 1930er Jahren wurden sie von abendländischen Sammlern besonders wegen ihrer bemerkenswerten Abstraktion und Stilisierung an die Kunst der Kubisten erinnernde Ausdruckskraft gesucht. Eine weitere, ebenfalls über Karel Timmermans in die vorliegende Sammlung gelangte Maske der Lwalwa ist mit einer Taxe von 15/20.000 versehen (Lot 95). Von den Suku stammt eine sehr qualitätsvolle, bedeutende Maske des sog. Kakuungu–Typs. Mit 15/20.000 gehört sie zu den Höhepunkten der Auktion (Lot 88).
Von den Luluwa stammt eine besonders schön gearbeitete, ausdrucksstarke Figur, eine sog. Lupingu lua luimpe. Einst hat dieser Stamm jedem Neugeborenen eine solche den Geist der Vorfahren verkörpernde Figur als Schönheits- und Glückstalisman beigegeben. In der Zeit nach der Geburt wurde diese dann ebenso wie das Baby gewaschen, gekleidet, mit „Nahrung“ versorgt etc. (Lot 98, 20/30.000).
Mit Margriet Olbrechts–Provenienz ist eine mehrfach ausgestellte und publizierte Votivfigur der Djenne versehen; sie diente als Tribut an die Schlange, der Quelle der Fruchtbarkeit und Gründerin der Kultur dieses Stammes (Lot 25, 12/15.000). Eine 28,3 cm große, sitzende Figur der Senufo ist mit 8/10.000 bewertet (Lot 39). Von den Luluwa kommt eine von Boris Kegel–Konietzko im Jahr 1953 erworbene, seltene hölzerne Maske, die für 10/12.000 offeriert wird 1953 (Lot 71).
Unter den Werken der ozeanischen Kultur ragt ein 169,5 cm großes Schild aus der April River–Region auf Papua-Neuguinea heraus (Lot 21, 5/7.000). Ein von den Fidji-Inseln stammender, fein gearbeiteter Totschläger aus Eisenholz liegt bei 4/6.000 (Lot 16).
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Edgar Abs, Tel. 0221/92 57 29-30