Eero Aarnio

Geburtsdatum/-ort

1932 Helsinki

Sie sind häufig rund, fast immer bunt und sehen aus wie die Requisiten aus einem Science-Fiction- oder Zeichentrickfilm: Die Möbel des finnischen Designers Eero Aarnio verbreiten eine ungeheure Lebendigkeit und besitzen eine zeitlose Schönheit, die über die Jahrzehnte nichts von ihrer großen Anziehungskraft eingebüßt hat.

Eero Aarnio - Bälle, Blasen und Tomaten

Als Eero Aarnio am 21. Juli 1932 in Helsinki geboren wurde, war Europa gerade dabei, im Schatten zu versinken. Nichts deutete auf die bunte Revolution der Kunstwelt hin, die Eero Aarnio 30 Jahre später anstoßen sollte. Diese begann 1962 mit der Gründung seines eigenen Büros in Helsinki, wo er zuvor mehrere Jahre am Institute of Industrial Arts studiert hatte. Schon im Folgejahr entwarf Aarnio den ersten seiner berühmten Stühle, den Ball Chair. Dieser bescherte ihm 1966 auf der Möbelmesse in Köln den großen Durchbruch und markierte den Startpunkt für eine einmalige Karriere. Zahlreiche weitere Modelle folgten, alle mit ebenso originellen Namen wie Designs ausgestattet: Bubble Chair, Tomato Chair und natürlich der Pastil Chair, für den Eero Aarnio 1968 den "American Industrial Award" erhielt. Bei der Namensgebung ließ der Künstler sich nicht von Willkür leiten, sondern folgte meist ganz pragmatisch dem jeweils zugrunde liegenden visuellen Konzept. Gerade diese zeitlose, originelle Formsprache ist ein Grund dafür, dass die Stühle teils heute noch produziert und nachgefragt werden.

Die 1960er-Jahre: Goldene Zeit für bunte Möbel

Mit seinem bunten und modernen Design traf Eero Aarnio unzweifelhaft einen Nerv seiner Zeit. Die 1960er-Jahre, das große Jahrzehnt der Popkultur, bot dem ersten finnischen Designer, der sich mit künstlichen Materialien wie Plastik, Acryl- und Fiberglas beschäftigte, einen idealen Entfaltungsraum. Während Aarnio mit seinen Möbeln in der Realität den Staub der Nachkriegszeit aus Europa wischte, sorgte er gleichzeitig dafür, dass die fiktionale Welt des Films um eine ganz neue Bildersprache bereichert wurde: Zahlreiche Science-Fiction-Filme aus dieser Zeit beeindruckten mit Kulissen, die Eero Aarnio entworfen hatte. Vor der Veröffentlichung eines neuen Kunstwerks setzte der gelernte Innenarchitekt Aarnio auf sein wichtigstes Testpublikum: Seine Frau und die beiden Töchter mussten die aktuellen Prototypen einer sorgfältigen Probe unterziehen – nur wenn diese bestanden wurde, durfte ein neues Möbelstück in Produktion gehen. Eero Aarnio schaffte einen spielenden Spagat zwischen kontrolliertem Verstand und ungebändigtem Spieltrieb, vielleicht ein Grund dafür, dass seine bunten Möbel alle Altersgruppen begeisterten.

Noch immer offen für Neues

Die Möbel von Eero Aarnio, die durchaus auf den praktischen Gebrauch ausgelegt waren, haben es längst aus den heimischen Wohnzimmern in die Ausstellungshallen der großen Museen und Kunstsammlungen geschafft. Seine Heimatstadt Helsinki ehrte ihn 2016 mit einer großen Retrospektive. Eero Aarnio betrachtet seine künstlerische Entwicklung als noch nicht abgeschlossen und experimentiert auch im neuen Jahrtausend voll unbändiger Neugier mit immer neuen Materialien. Sein Publikum freut es: Wurden die Möbel Aarnios Möbel früher als futuristisch empfunden, sind es heute gerade viele Retro-Liebhaber, die sich an dem ikonischen Stil der 1960er-Jahre erfreuen. Dabei geht der Künstler jedes neue Stuhldesign mit sympathischer Bodenständigkeit an: Zuerst komme die Funktion, sagte er in einem Interview, dann das gute Aussehen. In der Kombination aus Funktionalität und künstlerisch ambitionierter Gestaltung liege die große und interessante Herausforderung seiner Arbeit.

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© Kunsthaus Lempertz