Hans Hofmann

Geburtsdatum/-ort

21. März 1880, Weißenburg

Todestag/-ort

17. Februar 1966, New York

Hans Hofmann, nicht zu verwechseln mit dem bisweilen gleich geschriebenen Manieristen Hans Hoffmann, entwickelte sich vom kleinen Assistenten der bayerischen Baubehörde zu einem der einflussreichsten Kunstlehrer seiner Zeit und Mitbegründer der dem abstrakten Expressionismus zugewandten New York School.

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Hans Hofmann - Frühes Interesse an moderner Kunst und Naturwissenschaft

Hans Hofmann wurde am 21. März 1880 im bayerischen Weißenburg geboren. Im Alter von sechs Jahren kam er mit seiner Familie nach München, wo er schon früh zu zeichnen begann; seine Motive fand er bevorzugt in der Natur, der er sich eng verbunden fühlte. Ab 1898 besuchte er verschiedene Kunstschulen, während er als Assistent des Leiters der staatlichen Baubehörde in Bayern seinen Lebensunterhalt verdiente. Bei dieser Gelegenheit bewies Hofmann neben seiner künstlerischen Begabung auch großes technisches Geschick und entwarf sowohl ein Radargerät für Schiffe als auch eine Rechenmaschine. Zu seinen Lehrern gehörten Moritz Heymann und Willy Schwarz; Letzterer machte Hans Hofmann mit den Ideen des Impressionismus vertraut und regte einen Studienaufenthalt in Paris an. Die finanzielle Unterstützung des deutschen Kaufmanns Philipp Freudenberg ermöglichte Hans Hofmann schließlich die ersehnte Reise nach Frankreich.

Erste Einzelausstellung in Berlin, eigene Kunstschule in München

In Paris besuchte Hans Hofmann die Académie Colarossi und die Académie de la grande chaumière, war regelmäßiger Gast im Künstlertreffpunkt Café du Dôme auf dem Montparnasse und machte sich mit dem Kubismus vertraut. Er traf Georges Braque und Pablo Picasso und schloss Freundschaft mit dem Ehepaar Robert Delauney und Sonia Delaunay-Terk. Mit seinen im kubistischen Stil gehaltenen Bildern beteiligte sich Hans Hofmann im Jahr 1909 an Ausstellungen der Berliner Sezession, ein Jahr später ermöglichte ihm die Galerie Paul Cassirer seine erste Einzelausstellung. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs überraschte Hans Hofmann während einer Erholungsreise nach Korsika; zwar blieb ihm wegen eines Lungenleidens die Einberufung zum Militärdienst erspart, doch war ihm als deutschem Staatsbürger der Zugang zu Paris fortan verwehrt. Gezwungenermaßen ließ er sich in München nieder, wo er eine der ersten Schulen für moderne Kunst eröffnete. Diese erlebte vor allem in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen eine hohe Blüte, bot sie doch gerade ausländischen Studenten bessere Konditionen als die meisten anderen deutschen Hochschulen. Der exzellente Ruf als Lehrer, den sich Hofmann in diesen Jahren nicht zuletzt in den USA erwarb, sollte sich angesichts der bevorstehenden Machtübernahme der Nationalsozialisten bald auszahlen.

Erfolg mit einer eigenen Lesart des abstrakten Expressionismus

Hans Hofmann, der durch Vermittlung der amerikanischen Maler Ernest Thurn und Vaclav Vytlacil bereits seit den 1920er Jahren vermehrt mit der amerikanischen Kunstszene in Kontakt gekommen war und auch mehrere Sommer mit Vorlesungsreisen in den USA verbracht hatte, übersiedelte 1932 endgültig nach New York. In der deutschen Heimat galt seine Kunst als entartet, eine Fortsetzung seiner Tätigkeit als Maler und Lehrer war damit unmöglich. 1933 gründete Hofmann in Manhattan seine zweite Kunstschule und erwies sich erneut als fähiger Lehrer. Als Künstler konnte er sich erst 1944, im Alter von 64, über seine erste Einzelausstellung freuen – in der Galerie Art of This Century, die von Peggy Guggenheim betrieben wurde. Jetzt folgte Ausstellung auf Ausstellung, doch trotz des wachsenden Erfolgs war Hofmann bereits 78 Jahre alt, als er es sich endlich leisten konnte, seine Lehrtätigkeit aufzugeben und nur noch als Künstler zu wirken. Mit seiner ganz eigenen Interpretation des amerikanischen abstrakten Expressionismus nahm er an der Documenta II in Kassel teil und vertrat im Jahr 1960 seine Wahlheimat USA bei der Biennale von Venedig.

Hans Hofmann starb am 17. Februar 1966 in New York.

© Kunsthaus Lempertz