Shiro Kuramata

Geburtsdatum/-ort

29. November 1934, Tokio, Japan

Todestag/-ort

1. Februar 1991, Tokio, Japan

Shiro Kuramata gilt als der unangefochtene Maestro der japanischen Designkunst. Mit der Verbindung traditioneller Linien und moderner Stringenz läutete er eine neue Ära ein und befreite Mobiliar und Interieur vom angehäuften Ballast der Geschichte.

Werke von Shiro Kuramata kaufen

Kaufen Sie ein Werk von Shiro Kuramata in unseren kommenden Auktionen!

Werke von Shiro Kuramata verkaufen

Besitzen Sie ein Werk von Shiro Kuramata, das Sie gerne verkaufen würden?

Shiro Kuramata - Erste Designerfolge mit Möbeln in minimalistischem Stil

Shiro Kuramata wurde am 29. November 1934 in der Präfektur Tokio in Japan geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs und der US-amerikanischen Besatzung Japans. Nach erfolgreichem Schulabschluss studierte er bis 1953 Architektur am Polytechnikum in Tokio. Im Anschluss arbeitete er ein Jahr lang für den Möbelfabrikanten Teikokukizai und absolvierte dabei eine Lehre als Tischler. 1954 schrieb er sich am Kuwasawa-Institut für Design ein und studierte dort bis 1956 Wohndesign. 1957 fand er eine Anstellung bei dem Warenhaus Maysuya in Tokio, für das er bis 1963 tätig war und neben zahlreichen Schaufensterdekorationen auch Ladeneinrichtungen entwarf. Um seine innovativen Design-Ideen besser verwirklichen zu können, entschied sich Shiro Kuramata für den Schritt in die Selbstständigkeit: 1965 eröffnete er sein eigenes Designbüro. Er entwickelte moderne Innenausstattungen für Restaurants und Bars, wobei er mit seinem äußerst minimalistischen Stil die östlichen Traditionen seiner Heimat mit verschiedenen Impulsen aus dem Westen verband.

Internationaler Durchbruch mit innovativen Designideen

Shiro Kuramata schuf eine Vielzahl von Innenausstattungen und Möbeln, die ihn in Japan bald zu einem anerkannten Künstler machten. Der internationale Durchbruch gelang ihm 1977 mit seinen Entwürfen für die s-förmig gebogenen Kommoden Side 1 und Side 2, gefertigt aus schwarz gebeiztem Eschenholz und mit weißlackierten Schubladen, die er mit großem Erfolg auf der Ausstellung Möbel in irregulären Formen präsentierte. Die italienische Möbelfirma Cappellini produzierte die Modelle von Shiro Kuramata in Serie. Zwar gelangten nur relativ kleine Mengen auf den Markt, doch genossen diese bald den Ruf eines Klassikers. Mit Italien verband den Künstler auch Bewunderung für den italienischen Designer Ettore Sottsass und die Arbeit für dessen Designgruppe Memphis. Ein prestigeträchtiger Auftrag wie die Konzeption und Gestaltung der Boutiquen des japanischen Modedesigners Issey Miyake in Tokio, New York und Paris. Kennzeichnend für die Entwürfe Shiro Kuramatas war die Verwendung ungewöhnlicher Materialien und die Entwicklung vollkommen neuer Anwendungsmöglichkeiten.

Auf der Suche nach zeit- und schwerelosen Konstruktionen

Shiro Kuramata eroberte sich mit seinen minimalistischen und raffinierten Entwürfen bald einen Spitzenplatz unter den Designern. Es gelang ihm mehr als anderen Künstlern, von den Möglichkeiten neu entwickelter Technologien und Werkstoffe zu profitieren. Dabei strebte er eine möglichst umfassende Loslösung von allem Ballast an, wollte seine Werke von den Zwängen der Schwerkraft befreien, indem er sie so filigran und schwerelos wie möglich konzipierte. Auch aufgrund dieses Zieles suchte Shiro Kuramata stets nach neuen Techniken und Werkstoffen, die ihn der Verwirklichung seines Ideals näherbrachten. Dazu zählen Gitternetze aus verwickeltem Streckmetall ebenso wie zusammengeklebte Glasplatten sowie gewagte Kombinationen aus Metall und gebrochenem Glas. 1988 verlegte er sein erfolgreiches Designbüro nach Paris, wo ihm weitere Türen offenstanden. Für seine Entwürfe erhielt Shiro Kuramata Preise und Auszeichnungen, darunter 1990 der Ordre des Arts et des Lettres. Seine Designstücke fanden Eingang in die renommiertesten Museen der Welt, darunter das Museum of Modern Art in New York, das Centre Pompidou in Paris und das Victoria and Albert Museum in London.

Shiro Kuramata starb am 1. Februar 1991 in der Präfektur Tokio in Japan.

© Kunsthaus Lempertz