Munkácsy, Mihály von

Geburtsdatum/-ort

20. Februar 1844 in Munkács

Todestag/-ort

1. Mai 1900 in Endenich

Mihály von Munkácsy vereinte verschiedene Kunstströmungen seiner Zeit zu einem souveränen, energischen Stil mit warmer und leuchtender Kolorierung und wurde zu einem der herausragendsten und einflussreichsten Künstler Ungarns.

Mihály von Munkácsy - Erst Schreinerlehre, dann Kunststudium in Wien, München und Düsseldorf

Mihály von Munkácsy wurde am 20. Februar 1844 in Munkács, damals zu Ungarn gehörig, geboren. Seinen Geburtsnamen Michael Leo Lieb (bzw. ungarisch: Lieb Mihály Leo), änderte er später aus Verbundenheit zu seinem Geburtsort in Mihály Munkácsy. Der Sohn einer ursprünglich aus Bayern stammenden Familie verlor früh beide Eltern und kam als Sechsjähriger in die Obhut eines Onkels, eines Rechtsanwalts. Er absolvierte zunächst eine vierjährige Schreinerlehre, nahm aber schon frühzeitig ersten Malunterricht bei dem Wandermaler Elek Szamossy, ehe er im Jahr 1863 ganz seinen eigentlichen Neigungen nachgehen durfte und ein Studium an der Budapester Kunstakademie beginnen konnte. Der ungarische Künstler Antal Ligeti wurde auf den jungen Mihály aufmerksam und vermittelte ihm ein Auslandsstipendium, sodass er sein Studium im Folgejahr in Wien unter Carl Rahl fortsetzen konnte. Schließlich gelangte er nach München, wo er von 1866 bis 1868 bei dem deutschen Schlachten- und Pferdemaler Franz Adam vertiefenden Unterricht nahm. Während der beiden Münchner Jahre lernte Mihály von Munkácsy auch den bedeutenden Realisten Wilhelm Leibl und dessen künstlerische Ansichten kennen. In Düsseldorf fand Munkácsy an der dortigen Akademie in dem Schweizer Genremaler Benjamin Vautier und dem gefeierten deutschen Porträtisten Ludwig Knaus weitere einflussreiche Lehrer.

Vom politisch engagierten Sozialkritiker zum gefeierten Salonmaler

Mihály von Munkácsy lebte im Anschluss an sein Studium eine Zeit lang in Paris, wo er regelmäßig im Pariser Salon ausstellte. Mit seinem ersten großen Werk, Die letzte Tag eines Verurteilten, gewann er große Aufmerksamkeit und eine Goldmedaille. Die zeitgenössische französische Malerei übte großen Einfluss auf den Malstil Munkácsys aus: Er nutzte breitere Pinselstriche und hellere Farben. Hatte er sich zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn vor allem dem Leben der einfachen und wenig begüterten Menschen gewidmet und auch das politische Engagement nicht gescheut, wandte er sich mit wachsendem Erfolg bald anderen Motiven zu: Historienszenen voller Pathos, Genrebilder, Stillleben und Porträts begeisterten viele Auftraggeber. Seine sprunghaft angestiegene Popularität brachten Mihály von Munkácsy Preise und hochdotierte Aufträge ein: Für das stolze Honorar von 50.000 Gulden malte er ein großes Deckengemälde, das nach seiner umjubelten Enthüllung in Paris das Treppenhaus des Kunsthistorischen Museums in Wien schmücken sollte.

Aufstieg in die obere Gesellschaft, seelische Kämpfe und Unsicherheit

Mihály von Munkácsy stieß durch seine Heirat mit der äußerst wohlhabenden Baronin Cécile de Marches die Tür zu den höheren Gesellschaftsschichten weit auf. Vier Jahre später wurde der Künstler selbst in den Adelsstand erhoben und residierte fortan als Malerfürst, der seine Zeitgenossen mit großformatigen Bibelpanoramen beeindruckte. Ungeachtet aller Neigung zu einem Leben voller Luxus und Annehmlichkeiten war Mihály von Munkácsy ein zutiefst verunsicherter Mensch, der seine künstlerische Begabung ständig infrage stellte. In seinen letzten Lebensjahren hatte Mihály von Munkácsy zudem mit massiven gesundheitlichen Beschwerden zu ringen, er litt unter Depressionen, deren Wurzeln möglicherweise auch in einer Syphilis-Erkrankung aus seiner Jugendzeit lagen. Sein Spätwerk wurde deutlich von dieser wachsenden geistigen Zerrüttung überschattet. Seinen Lebensabend verbrachte der Künstler in der Heilanstalt Endenich, die auch der Sterbeort für den deutschen Komponisten Robert Schumann war.

Mihály von Munkácsy starb am 1. Mai 1900 in Endenich im Deutschen Reich.

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