Jackson Pollock

Geburtsdatum/-ort

28. Januar 1912, Cody, Wyoming

Todestag/-ort

11. August 1956, East-Hampton, New York

Jackson Pollock verstieß gegen alle Regeln von Sitte und Anstand, betrank sich maßlos, betrog seine Frau und respektierte nichts und niemanden außer sich selbst – trotzdem feiert ihn die Kunstwelt bis heute als einen ihrer größten Erneuerer und Gestalter. Der Stil des eigenwilligen Amerikaners ist unverkennbar und zeitlos.

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Jackson Pollock - Studium bei Thomas Hart Benton, beeindruckt vom Werk Picassos

Paul Jackson Pollock wurde am 28. Januar 1912 in Cody, Wyoming geboren. Der Sohn eines Farmers wuchs in der tiefen amerikanischen Provinz auf, erhielt aber auf Wunsch des Vaters eine gute Bildung und kam auch mit Kunst und Kultur in Berührung. Das Interesse an der Malerei teilte Jackson Pollock mit seinem ältesten Bruder Charles, der sich noch vor ihm als Expressionist einen Namen machte. Pollock selbst besuchte die Manual Arts High School in Los Angeles, arbeitete aber im Anschluss bis 1929 als Landvermesser, ehe er sich an der Art Students League in New York einschrieb und Schüler wurde von Thomas Hart Benton, einem der wichtigsten Vertreter des Amerikanischen Regionalismus. In den 1930er Jahren arbeitete Jackson Pollock selbst in diesem antimodernistischen Stil; außerdem beeinflusste ihn die Kunst des Muralisten Diego Rivera sowie bestimmte Akzente des Surrealismus. Die Begegnung mit dem Werk Picassos, insbesondere dessen Antikriegsbild Guernica, stellten für Pollock eine Art Initialzündung dar, die ihm klarmachte, was er mit seiner Kunst bewegen könnte, wenn er es nur richtig anstellte.

Über indigene Bilderwelten zum modernen Action Painting

Jackson Pollock war durch seinen Vater mit der Kultur der indigenen Völker Nordamerikas in Berührung gekommen und nahm deren Bildwelten als Inspiration für sein Schaffen auf, schuf auf dieser Grundlage großflächige, expressive Gemälde. Im Diskurs mit C. G. Jung suchte er nach dem Unbewussten als Ursprung der Kunst, wollte schaffen, was nicht geschaffen sondern nur empfunden werden konnte. 1949 machte ihn ein vierseitiger Bericht in der vielgelesenen Zeitschrift Life mit einem Schlag zum berühmtesten Nachwuchskünstler Amerikas. Da hatte er sein berühmtes Action Painting schon entwickelt, bei dem er ohne Plan, Struktur und Konzept einfach seine Inspiration, sein Innerstes auf die Leinwand schleuderte. Anfang der 1950er Jahre entsagte Jackson Pollock zeitweilig der Farbe, entwarf großangelegte Kompositionen in Schwarz-Weiß, nur um bereits 1953 wieder zu Pinsel, Farbe und Figuration zurückzukehren. Der aus Deutschland stammende Fotograf Hans Namuth trug mit einer Bilderserie, die den Künstler in seinem Wirken zeigte, maßgeblich zum bis heute währenden Mythos von Jackson Pollock bei.

Die neue Ära der modernen Kunst endete im Alkoholismus

Die glanzvolle Karriere von Jackson Pollock währte nur wenige Jahre, ehe er sein Talent und sein Leben endgültig im Alkohol ersäufte: Das Leben entglitt dem Künstler, es entstanden kaum noch Arbeiten, seine Frau, die Malerin Lee Krasner, floh vor seinen Affären und Ausfällen nach Europa. Jackson Pollock starb am 11. August 1956 in East-Hampton, New York bei einem Autounfall, den er unter Alkoholeinfluss selbst verursacht hatte. Als sich sein Cabriolet überschlug, saßen neben dem Künstler selbst noch seine damalige Geliebte Ruth Kligman und deren Freundin Edith Metzger im Wagen – nur Kligman überlebte schwer verletzt. Die wenigen Jahre, die der Künstler seine Dämonen in Schach halten konnte, hatten genügt, um die Kunstwelt nachhaltig zu verändern. Die Time feierte Pollock als Jack the Dripper, Jack den Tropfer – Anspielung auf seine Malweise, bei der er mitunter Farbe einfach auf die Leinwand tropfen ließ. Kunstkritiker nennen ihn in einem Atemzug mit Leonardo da Vinci und seinem Vorbild Pablo Picasso.

© Kunsthaus Lempertz