Richter, Gerhard

Geburtsdatum/-ort

9. Februar 1932 in Dresden

Gerhard Richter
Gerhard Richter

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Gerhard Richter ist einer der teuersten Künstler der Gegenwart. Für die Werke des deutschen Malers, Bildhauers und Fotografen werden von Sammlern auf der ganzen Welt rekordtaugliche Millionensummen geboten. Spektakulärer Höhepunkt seiner glanzvollen Karriere war das aus 115 000 farbigen Glasrechtecken bestehende Kirchenfenster für den Kölner Dom im Jahr 2007.

Gerhard Richter - Studium in Dresden bei Heinz Lohmar

Gerhard Richter wurde am 9. Februar 1932 in Dresden geboren. Der Sohn eines Gymnasiallehrers und einer Buchhändlerin wuchs in einem kulturell interessierten Elternhaus auf; insbesondere seine Mutter interessierte sich sehr für Literatur und galt als begabte Klavierspielerin. Der Vater geriet während des Zweiten Weltkriegs in Gefangenschaft und entfremdete sich dadurch zeitweise von seiner Familie. Gerhard Richter selbst erlebte den Krieg in relativer Sicherheit auf dem Land und entging aufgrund seines Alters einer Teilnahme an Kampfhandlungen. Trotzdem übten die Verheerungen des Krieges und die Besetzung Deutschlands durch die alliierten Truppen eine nachhaltige Wirkung auf Gerhard Richters künstlerische Entwicklung aus. Sein Kunststudium begann er 1951 an der Dresdner Kunstakademie inmitten einer zertrümmerten Stadt. Die Bekanntschaft mit der Studentin Marianne Eufinger, genannt Ema, führte zu der ersten Ehe des Künstlers. Emas Vater, der SS-Arzt Heinrich Eufinger, war an der Ermordung von Gerhard Richters psychisch kranker Tante Marianne Schönfelder beteiligt, was der Maler, der beide häufig porträtierte, erst viele Jahre später erfuhr. Das fünf Jahre währende Studium wurde von Gerhard Richter einerseits als Privileg und beeindruckende Erfahrung erlebt, andererseits stellte er fest, dass die Unterrichtsmethoden sehr konservativ und zunehmend dem politisch verordneten Sozialistischen Realismus verpflichtet waren. Richter selbst wählte bewusst die Klasse des Malers und Grafikers Heinz Lohmar, der als kosmopolitisch orientiert und weniger dogmatisch galt.

Erste nationale Erfolge mit Wandgemälden

Gerhard Richter erhielt von einer Tante aus Westdeutschland allmonatlich das Fotomagazin Magnum, das er begeistert las. Die Gunst eines Professors ermöglichte ihm mehrere Studienreisen, unter anderem nach Westdeutschland, die ihm wertvolle Impulse brachten. Tiefen Eindruck machte die fotografische Dokumentation der Gräuel in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern auf den jungen Künstler. Gerhard Richter engagierte sich früh politisch und war gemeinsam mit seinen Kommilitonen an Protestbewegungen gegen die DDR-Regierung beteiligt. Als Diplomarbeit schuf Richter ein großformatiges Wandgemälde für das Deutsche Hygienemuseum. Das Bild unterscheidet sich deutlich von Gerhard Richters späterem Stil und traf den Geschmack seiner Auftraggeber. Der Versuchung, sich als gut bezahlter Staatsmaler zu verdingen, widerstand der Künstler jedoch und nahm stattdessen nach Abschluss seines Studiums eine bewusste Neuorientierung vor. Trotzdem durchlief er zunächst ein Förderprogramm seiner Akademie, das ihm für drei Jahre ein Atelier und verschiedene Aufträge für weitere Wandbilder einbrachte. Dazu gehörten Märchenmotive für einen Kindergarten ebenso wie symbolträchtige Propagandakunst für offizielle SED-Gebäude.

Flucht in den Westen, Professur in Düsseldorf

Gerhard Richter kam mit den in der DDR herrschenden Zwängen, denen gerade auch die Kunst unterworfen war, immer weniger zurecht. Wenige Monate vor dem Bau der Berliner Mauer gelang ihm mit seiner Frau Ema die Republikflucht in den Westen. In einem Abschiedsbrief versuchte er, seinem geschätzten Lehrer Lomahr die Motive für diesen Schritt zu erläutern. An der Kunstakademie Düsseldorf setzte Richter sein Studium fort, an der Seite von später hochberühmten Kommilitonen wie Gotthard Graubner, Kuno Gonschior, Konrad Lueg, Blinky Palermo, Sigmar Polke und Franz Erhard Walther. Seine Lehrer waren Karl Otto Götz und Ferdinand Macketanz. Der aufkommende Fluxus beeindruckte Richter sehr; als dessen wichtiger Repräsentant Joseph Beuys auf Betreiben von Johannes Rau seine Lehrerlaubnis verlor, gehörte Gerhard Richter, zu dieser Zeit bereits selbst als Professor an der Akademie lehrte, mit anderen großen Namen wie Heinrich Böll, Peter Handke, Henry Moore, Günther Uecker und Martin Walser zu den Unterstützern des Geschmähten. 1982 ließ sich Richter von Ema scheiden und heiratete seine Meisterschülerin Isa Genzken. Die zweite Ehe hielt elf Jahre; 1995 heiratete Gerhard Richter seine letzte Schülerin Sabine Moritz.
 

Gerhard Richters Künstlerbuch Comic Strip aus dem Jahr 1962 in unserer Auktion 1100 - Zeitgenössischer Kunst. Das vorliegende Werk beinhaltet Elemente, die im 2014 erschienenen Reprint „Comic Strip“, nicht abgedruckt sind.

Internationaler Aufstieg und umstrittene Themen

Gerhard Richter beschäftigte sich in seinem Werk intensiv mit der Beziehung von Malerei und Fotografie. Fotorealistische Gemälde mit leichter malerischer Verwischung sind in seinem Œuvre ebenso zu finden wie abstrakte Kompositionen. Immer wieder arbeitete er mit anderen Künstlern zusammen. Mit seinen Studienfreunden Manfred Kuttner, Konrad Lueg und Sigmar Polke schuf er den Kapitalistischen Realismus, der sich ironisierend gegen den in der DDR zur Staatsdoktrin gehörenden Sozialistischen Realismus wandte. Neben einem rasanten und ungebrochenen internationalen Aufstieg gab es auch immer wieder Kontoversen: Für großes Aufsehen sorgte sein RAF-Zyklus 18. Oktober 1977, der in fünfzehn Bildern den Suizid der Terroristen Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Holger Meins verarbeitete. Umstritten war auch sein Zyklus zum Konzentrationslager Birkenau, für den er Fotografien von Holocaustopfern und Leichenverbrennungen verfremdete.

Breit gefächertes Œuvre zwischen Fotografie und Malerei

Charakteristisch für Gerhard Richter sind die sogenannten Abmalungen, für die er Fotografien als Vorlage verwendete. Immer wieder brach der Künstler bewusst mit seinem Stil, um neue Wege zu beschreiten – Kritiker bezeichneten dies als »Stilbruch als Stilprinzip«. In der Breite verleiht dieser Umstand dem Werk des Künstlers aber eine außerordentliche Tiefe. Besonderen Ruhm erlangten die Kirchenfenster, die Richter für den Kölner Dom und – als letztes seiner Werke – für die Benediktinerabtei St. Mauritius Tholey gestaltete. Für seine Kunst erhielt Gerhard Richter Preise und Auszeichnungen in kaum überschaubarer Zahl, darunter 1988 den Goslarer Kaiserring, 1997 den Goldenen Löwen der Biennale in Venedig sowie den japanischen Praemium Imperiale, 1998 den amerikanischen Wexner-Preis und 2018 den Europäischen Kulturpreis Taurus.

Gerhard Richter lebt heute in Köln. Im September 2020 erklärte er sein Werk als Maler für beendet und zog sich im Alter von 88 Jahren in den Ruhestand zurück.

© Kunsthaus Lempertz

Gerhard Richter Preise

KünstlerKunstwerkPreis
Gerhard RichterPyramide€559.300
Gerhard RichterGRÜN-BLAU-ROT€421.600
Gerhard RichterAbstraktes Bild€390.400
Gerhard RichterVorhang (Ölskizze)€359.600
Gerhard RichterTeyde-Landschaft, Skizze€342.200
Gerhard RichterAbstraktes Bild€300.000

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