Pablo Picasso - Francoise aux cheveux ondulés

Pablo Picasso

Francoise aux cheveux ondulés
1946

Original-Lithographie auf Velin 62 x 49,2 cm (66,7 x 51,4 cm) Unsigniertes Exemplar außerhalb der Auflage von 50 - Leicht gebräunt mit 2 kurzen Randeinrissen

Das druckgraphische Arbeiten hat Picasso stets fasziniert, da es ihn in technischer Hinsicht wie auch in Bezug auf seine bildnerischen Ausdrucksmöglichkeiten reizte. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg hat er sich im Studio Fernand Mourlots in Paris erneut dem Medium der Lithographie zugewandt. Bis 1962 entstanden hier mehr als 350 Lithographien, von denen die En-face-Porträts von „Francoise“ besonders bedeutend sind. Die Serie verdeutlicht, dass Picasso stets die Tendenz hatte ein Motiv zu variieren und all seine graphischen Möglichkeiten auszukosten. Francoise Gilot und Picasso hatten sich im Mai 1943 kennen gelernt. Sie wurde über einen längeren Zeitraum seine Geliebte, später auch Lebensgefährtin und Mutter ihrer gemeinsamen Kinder Paloma und Claude. Francoise Gilot, eine schöne und selbstbewusste Frau, hatte ihr Jurastudium abgebrochen und war dem bürgerlichen Leben entflohen, um selbst Malerin zu werden. Zahlreiche Lithographien zeigen großformatig und hier als rein lineare Zeichnung ihr Porträt. Gemeinsam ist diesen Arbeiten, von der regelmäßigen, ovalen Kopfform abgesehen, das kleine Muttermal unter ihrem linken Auge, wie auch die leicht hochgezogene rechte Augenbraue. Unsere Variante begeistert, da hier die Augen besonders schön erstrahlen und die Frisur mit ihren zahlreichen Locken geradezu floral bzw. wie ein exotisches Blatt erscheint. Auch lässt sich hier an die Gouaches découpées von Henri Matisse denken, den Picasso zusammen mit Francoise im Frühling des Jahres 1946 besucht hatte. Es ist überliefert, dass die Porträts stets in Abwesenheit von Francoise entstanden, also aus der Erinnerung, und somit auch einen Sehnsuchtsgedanken Picassos zum Ausdruck bringen.

Werkliste

Bloch 403; Mourlot 47

Provenienz

Sotheby's London, Old Master, 19th and 20th Century and Contemporary Prints, 2./3.12.1993, lot 609; seitdem westfälische Privatsammlung

Literaturhinweise

vgl. allgemein: Pablo Picasso. Die Lithographien, mit einer Einleitung von Ernst-Gerhard Güse und einem Werkverzeichnis von Bernd Rau, Stuttgart 1988, Nr. 142 mit Abb.; Ulrike Gauss (Hg.), Pablo Picasso. Die Lithographie. Graphikmuseum Pablo Picasso Münster. Die Sammlung Huizinga, Ostfildern-Ruit 2000, Nr. 154/47 mit ganzseitiger Abb. S. 71

Lot 367 D

Schätzpreis:
22.000 € - 25.000 €

Ergebnis:
19.520 €