Jan Brueghel d. J. - ALLEGORIE DER ERDE

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Jan Brueghel d. J.

ALLEGORIE DER ERDE

Öl auf Kupfer. 59 x 91 cm.

Die Komposition folgt einem Gemälde größeren Formats aus einer Folge von vier um 1611 zu datierenden Gemälden von Jan Brueghel d. Ä. in Zusammenarbeit mit Hendrik van Balen, heute in der Galleria Doria Pamphilij in Rom (Inv. Nr. 322, 328, 332, 348. Siehe K. Ertz, Jan Brueghel der Ältere, 1979, S. 368-376). Die Folge der Vier Elemente besaß seit dem 2. Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts unzweifelhaft eine große Popularität in Flandern, da deren Kompositionen kontinuierlich von vier Generationen Antwerpener Malern benutzt wurden, die mit der Brueghelfamilie verbunden waren. Innerhalb dieser langen Nachfolge steht unsere Allegorie der Erde dem ursprünglichen Vorbild zeitlich noch recht nahe. Jan Brueghel d. J. hat es unter der Mitarbeit von Hendrick van Balen oder einem seiner Mitarbeiter zumindest zweimal wiederholt (vgl. K. Ertz: Jan Brueghel der Jüngere, 1984, S. 357-365), wobei die eine Version im Musée des Beaux-Arts in Lyon (Inv. Nr. A74, Holz, 46 x 83 cm) vermutlich um 1620, die andere Version im Paul Getty Museum (Inv. Nr. A71-P29, Holz, 52,5 x 81,5 cm) dagegen in das folgende Jahrzehnt zu datieren ist. In seiner Werkstatt entstanden noch weitere Versionen, und in der Folgezeit wurde die Komposition auch von seinen Neffen aus der Van-Kessel-Familie wiederholt, wie zum Beispiel das Gemälde von Ferdinand van Kessel in dieser Auktion zeigt (Lot 1084).
Die Allegorie der Erde wird in unserem Gemälde durch die Darstellung der Ceres im Zentrum der Komposition personifiziert. Sie wird von Satyrn und Putten umgeben, die ihr Weizen und Blumen darbringen, zudem wird die Gruppe in der Wiedergabe von Tieren, Früchten sowie Gemüse und weiteren Blumen von zahlreichen symbolischen Anspielungen auf die Natur umgeben. Ertz datiert das Gemälde von Jan Brueghel d. J. ähnlich wie die Version im Getty-Museum in das Ende der dreißiger Jahre, wobei die Figuren von einem unbekannten Maler aus dem Umkreis des Hendrick van Balen geschaffen wurden. - Wir danken Dr. Hélène Mund, Brüssel, für diesen Katalogeintrag.

Zertifikat

Klaus Ertz, Lingen 5.5.2011.

Provenienz

Süddeutscher Privatbesitz.

Lot 1031 Dα

Schätzpreis:
100.000 € - 120.000 €

Ergebnis:
122.000 €