Auktion 1010, Alte Kunst, 11.05.2013, 11:00, Köln Lot 1268

Franz von Stuck, BILDNIS DER TOCHTER MARY IM VÉLAZQUEZ-KOSTÜM

Franz von Stuck, BILDNIS DER TOCHTER MARY IM VÉLAZQUEZ-KOSTÜM, Auktion 1010 Alte Kunst, Lot 1268

Franz von Stuck

1863 Tettenweiß/Niederbayern - 1928 Tetschen

BILDNIS DER TOCHTER MARY IM VÉLAZQUEZ-KOSTÜM

Öl auf Leinwand. 103,5 x 91 cm.

Signiert, betitelt und datiert unten links: Mary/Künstlerkostümfest 1908/Franz von Stuck.

Provenienz

Europäische Privatsammlung.

Franz von Stuck hat seine geliebte Tochter Mary immer wieder in Bildnissen festgehalten, ihre Porträts ziehen sich durch sein gesamtes Oeuvre. Diese Porträts sind Dokumente inniger Vaterliebe, zugleich jedoch auch eine höchst erfolgreiche Produktlinie des Münchner Malerfürsten, der die große Nachfrage nach Bildnissen seiner hübschen Tochter gerne befriedigt zu haben scheint.

Mary war die Tochter Franz von Stucks aus einer Liaison mit der Bäckerin Anna Maria Brandmeier, die Stuck und seine Frau mit Erlaubnis des bayerischen Prinzregenten adoptierten. Das Gemälde zeigt sie im Alter von zwölf Jahren in einem Vélazquez-Kostüm, das sie bei einem Fest im Jahr 1908 trug. Stuck malte mehrere Varianten dieses Bildnisses (vgl. etwa 947. Lempertz-Auktion, 21.11.2009, Lot 1363) und verwendete es zudem in einem Familienbildnis von 1909, wo Mary im selben Kostüm im Bildzentrum steht zwischen Stuck und seiner Frau (vgl. Heinrich Voss: Franz von Stuck 1863-1928. Werkkatalog der Gemälde mit einer Einführung in seinen Symbolismus, München 1973, Nr. 330/595, 346/609).

Wie bei anderen Bildnissen hat Stuck auch bei diesem Bildnis eine Fotografie als Vorlage verwendet. Es haben sich zahlreiche Fotografien erhalten, die Mary im Vélazquez-Kostüm zeigen. Einige dieser Fotografien hat Stuck später zusammen mit der Reproduktion eines der gemalten Bildnisse in sein Fotoalbum geklebt (Ausst.-Kat. München 1996: Franz von Stuck und die Photographie. München 1996, S. 106-108).

Dieses Bildnis ist maltechnisch in zweierlei Hinsicht interessant: Es ist auf einer Leinwand mit Fischgrätenmuster gemalt, wie es für Gemälde Stucks charakteristisch ist. Zudem hat sich der ursprüngliche Firnis des Gemäldes erhalten, mit dem der Maler experimentierte, um gewisse Farb- und Raumwirkungen zu erzielen.

Wir danken Frau Dr. Margot Brandlhuber, Villa Stuck München, für hilfreiche mündliche Auskünfte zu diesem Gemälde.

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