Pierre-Auguste Renoir - Gabrielle, nu assis de profil

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Pierre-Auguste Renoir

Gabrielle, nu assis de profil

Kohlezeichnung, gewischt, auf Büttenpapier mit Wasserzeichen "INGRES" bzw. "VIDALON" (fragmentiert) 57,7 x 46,5 cm Unter Glas gerahmt. Unten links signiert 'Renoir'. - Insgesamt gebräunt mit schmalem Lichtrand; kleine altersbedingte Randverletzungen fachmännisch restauriert.

Beeindruckend das großformatige Blatt mit der weichen Zeichnung eines weiblichen Rückenaktes, leicht nach rechts ins Profil gewendet, wahrscheinlich in den Jahren um 1910-1912 entstanden - es zeigt Renoirs in den späten Jahren bevorzugtes Modell. Gabrielle Renard kam bekanntlich schon 1894 als Bedienstete und vor allem als Kindermädchen für Jean in den Haushalt der Renoirs; in Cagnes sollte sie sich bis 1912 als geradezu ideales Aktmodell für den Künstler erweisen. Sie entsprach in der Klassizität und Fülle ihrer Erscheinung genau den Wünschen des Künstlers, der in seinem Spätwerk den weiblichen Akt als Bildgegenstand wieder neu entdeckte, vielfältig variierte und zum großen, barock-antikisierenden wie zeitlosen Thema seiner Malerei stilisierte. In der vorliegenden Zeichnung, eine anmutig verhaltene Bewegungsstudie einer „Badenden“, umfängt eine üppige Draperie die sitzende Gestalt. Renoir zeichnete und modellierte eine bestimmte Haltung und eine Geste, die er dann in seiner Malerei immer wieder verarbeiten konnte. So erinnert die gewählte Ansicht etwa an „Baigneuse assise s'essuyant le bras droit“ von 1912 (Dauberville 4331), eines der großen Aktgemälde, die einst eine ganze Wand im Speisezimmer der Bernheim-Jeunes schmückten (s. Vergleichsabb.).

Zertifikat

Mit einer Foto-Expertise von Guy-Patrice und Floriane Dauberville, Bernheim-Jeune, Paris, vom 17. Juni 2014 (No. 214-0617 R); die Zeichnung wird in den in Vorbereitung befindlichen zweiten Supplément-Band zum "Catalogue raisonné des Tableuaux, pastels, dessins et aquarelles" von Pierre-Auguste Renoir aufgenommen.

Provenienz

Ader, Palais Galliéra, Paris, Vente anonyme, 7.3.1971, Lot 20; Süddeutsche Privatsammlung

Lot 228 Dα

Schätzpreis:
120.000 € - 150.000 €

Ergebnis:
161.200 €