Léonard Tsuguharu Foujita - May, ou La Chienne noire allaitant

Léonard Tsuguharu Foujita - May, ou La Chienne noire allaitant - image-1
Léonard Tsuguharu Foujita - May, ou La Chienne noire allaitant - image-1

Léonard Tsuguharu Foujita

May, ou La Chienne noire allaitant
1939

Öl auf feiner Leinwand 45,7 x 53,5 cm

Tsuguharu Foujita war ein großer Tierfreund, zahllose Gemälde und Papierarbeiten von Katzen zeugen davon. Hunde hingegen hat er seltener dargestellt. Im Vergleich der Werke zu diesen beiden Tierarten ergibt sich beinahe der Eindruck, Foujita sei an der Wesensart der Katze an und für sich interessiert gewesen, wohingegen ihn bei Hunden offenbar eher die Vielfalt der äußeren Erscheinung angezogen habe. 1922 malt er das großformatige Bild "Chiens savants ou Carneval des chiens", in dem er drei Dalmatiner, einen Pekinesen, einen Spitz, zwei Promenadenmischungen und zwei Pudel, insgesamt neun teils mit Hemdchen und Kopfbedeckungen bekleidete Hunde, in einem Rund wie zur Zirkusvorführung aufreiht (s. Buisson, Vol. 2, 22.12; Farbabb. in: Sylvie Buisson, Foujita et ses amis du Montparnasse, Paris 2010, S. 74/75). Die Übertragung menschlicher Züge auf tierische Wesen läßt an Fontaines "Fabeln" denken, die von Grandville illustriert, Foujita sicherlich bekannt gewesen sein dürften.
Der Schriftsteller und Kunstkritiker André Salmon würdigt sein Interesse 1928: "Foujita triomphe dans la peinture des animaux; les animaux lui ont gagné le coeur des hommes: à mesure que notre siècle devient plus méchant, son amour des bêtes s'accroît. (Est-ce un signe de décadence ou un espoir à l'horizon?) Nous vivons sous le signe du chat et du chien, en art comme en politique." (zit. nach Buisson, Vol. 2, S. 44)
Bei der Dargestellten handelt es sich um eine exaltiert getrimmte Pudeldame namens "May", die Foujita allein mit ihrem Nachwuchs ohne menschliche Assistenzfiguren 'portraitiert'. Dabei ist das Hauptaugenmerk auf ihren argwöhnischen Blick gelegt, mit dem sie die ruhige Nahrungsaufnahme ihrer rührend wackligen Neugeborenen überwacht. Wie Foujitas Bezeichnung weiter angibt, ist die Arbeit in dem kleinen Ort Les Eyzies de Tayac in der südfranzösischen Dordogne entstanden, wohin Foujita sich mit seiner Frau Kimiyo und anderen Freunden aus Paris 1939 kurzzeitig zurückzog und in dem man eine solch mondäne Hundedame schwerlich erwarten sollte.

Werkverzeichnis

Buisson Vol. 2, 39.37

Provenienz

Vom Vorbesitzer beim Künstler direkt erworben; Sotheby's London, Impressionist and Modern Paintings and Sculpture, Part II, 5.12.1984, lot 197

Sammlung Rau für UNICEF

Ausstellung

Osaka/Tokyo/Nagoya 1968 (Grand Magasin Daimaru/Galerie Nichido/Grand Magasin Matsuzakaya), Foujita à Paris; Tokyo/Osaka/Kyoto/Hiroshima/Fukuoka/Paris1986/1987 (Odakyu Grande Galerie/Galerie d'Art Daimaru/Galerie d'Art Daimaru/Musée Préfectoral d'Art de Hiroshima/Musée Préfectoral d'Art de Fukuoka/Musée de Montmatre), Léonard Foujita. Exposition pour le centenaire de Foujita, Kat. Nr. 68 mit Farbabb.

Lot 667 R

Schätzpreis:
80.000 € - 100.000 €

Ergebnis:
85.400 €