Christian Rohlfs - Gelbe Tulpen II

Christian Rohlfs - Gelbe Tulpen II - image-1
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Christian Rohlfs

Gelbe Tulpen II
1926

Wassertempera auf Aquarellbütten 50,4 x 69,9 cm CR 26

Ungewöhnlich ist der Bildausschnitt, für den sich Christian Rohlfs bei der Darstellung dieses Tulpenstilllebens entschieden hat. Der schlichte Strauß nimmt den ganzen Bildraum des großen Querformats ein und sprengt sogar dessen seitliche Ränder. Der Bildaufbau ist dezentral ausgerichtet. Über die auswärts gerichteten Bogenformen der Stiele und hängenden Blätter wird der Blick des Betrachters aus dem Zentrum der Komposition zu den sich schwer herabneigenden, voll aufgeblühten Tulpenblüten in der Peripherie des Blattes gelenkt. Dem Stillleben fehlt so das Arrangierte, es erscheint als vermeintlich uninszenierter, direkter Ausschnitt der Wirklichkeit und zeigt die Blumen in ihrer natürlichen, schon ein wenig welken Schönheit. Der Hintergrund erhält eine Struktur in Blau- und Brauntönen, bleibt aber undefiniert, um die Leuchtkraft der Blüten, die Rohlfs in breiten, lasierenden Pinselstrichen angelegt hat, voll zur Geltung zu bringen.
"Mit der Fülle an Arbeiten auf Papier, die Rohlfs ungeachtet seines Alters in sich stetig steigernder Schaffenskraft schuf, ging die Zahl der Gemälde langsam zurück. Offensichtlich bot ihm die Temperamalerei auf Leinwand nicht jene immaterielle Intensität der Farbe, nicht jene Strahlkraft, die ihm zur Realisierung seiner Visionen eines augenbeglückenden Daseins vorschwebten. [...] Gerade die Arbeiten der zwanziger Jahre wirken in ihrer lebensvollen Farbigkeit kraftvoll und streng zugleich. Sie sind groß gesehen und zeigen bei allem Empfindungsreichtum eine spürbare Zurückhaltung im Emotionalen [...]." (Paul Vogt, Christian Rohlfs. 1849-1938. Aquarelle, Wassertemperablätter, Zeichnungen, Recklinghausen 1988, S. 66).

Werkverzeichnis

Nicht bei Vogt

Zertifikat

With an expertise from the Christian Rohlfs Archive, Hagen, dated 25 March 2013. The work will be included in the archive under no. CRA 73/13.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung

Lot 681 Dα

Schätzpreis:
25.000 € - 35.000 €

Ergebnis: u. V.
26.840 €