Oskar Moll - Levanto I, Blumenstrauß am Fenster, mit Brücke

Oskar Moll - Levanto I, Blumenstrauß am Fenster, mit Brücke - image-1
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Oskar Moll

Levanto I, Blumenstrauß am Fenster, mit Brücke
Um 1924

Öl auf Leinwand 100 x 75 cm

Der Schlesier Oskar Moll ging 1907 nach Paris, wo er schon bald den 6 Jahre älteren Maler Henri Matisse kennenlernte. Mit seiner Frau, der Bildhauerin Margarethe Haeffner-Moll, Hans Purrmann, Rudolf Levy und anderen gründete er hier die freie 'Académie Matisse', die 1910 bereits über 80 Mitglieder zählte. Ein Einfluss der Arbeiten von Matisse auf das dennoch sehr individuelle und virtuose Werk Molls ist deutlich erkennbar. Zwischen 1907 und 1914 erwarb Moll, der aus einer wohlhabenden Industriellenfamilie stammte, zahlreiche qualitativ hochwertige Bilder von Matisse. Zwischen den beiden Künstlern entwickelte sich eine anregende Freundschaft, die auch nach Molls Fortgang aus Paris anhielt.
Gemalt ist das Bild in dem Ort Levanto an der Ligurischen Küste, den er zwischen 1913 und 1926 häufiger aufgesucht hat. Moll ging es um den sinnlichen Ausdruck der ins Bild gebannten Farberlebnisse. Stets sind diese Akkorde von großer Leichtigkeit und dekorativer, lyrisch-heiterer Ausstrahlung. Moll scheint das lebendige Licht der ligurischen Küste auf spielerische Art und Weise eingefangen zu haben. Durch die dominanten blauen Farbwerte wird das Bild zu einem Raum von sublimer, geistiger Transparenz.
" Das Gemälde Levanto I zeigt nicht nur die typische und beliebte Motiv-Kombination von Stilleben und Landschaft. Darüber hinaus markiert es einen stilistischen Wendepunkt, denn die linearen und flächenhaften Elemente sind nun wesentlich geometrischer und statischer geordnet. Der fast rahmenparallel aufgebaute Tisch dient als Basis, um die senkrechten und waagerechten Farbpläne anzuordnen. Die Blumenvase und die Blüten darin werden - wie so oft - gegenständlich präziser und farbig abgehoben. Die Art, wie der rote Tisch, das grüne Fenster und die blaue Wand aufeinander bezogen sind oder wie auf den Glasscheiben eine schwerelose transparente Lichtspähre angedeutet ist, beweist die vollendete Akkordierung aller malerischen Mittel." (Siegfried und Dorothea Salzmann, Oskar Moll, Leben und Werk, München 1975, S. 24).

Werkverzeichnis

245 Salzmann mit ganzseitiger Farbabb. S. 245

Provenienz

Galerie Ferdinand Möller, Köln (rückseitiger Aufkleber); Prof. Dr. Wilhelm Hennis, Freiburg; Privatbesitz Rheinland

Literaturhinweise

Siegfried und Dorothea Salzmann, Oskar Moll, Leben und Werk, München 1975, S. 24

Ausstellung

Mainz/Breslau/Wuppertal 1998 (Landesmuseum Mainz/Muzeum Narodowe Wroclaw/Von der Heydt-Museum), Oskar Moll - Gemälde und Aquarelle, Kat. Nr. 48, mit ganzseitiger Farbabb. S. 130

Lot 835 D

Schätzpreis:
20.000 € - 22.000 €

Ergebnis:
28.060 €