August Sander - Köln - Rheinufer mit Dom und St. Martin

August Sander - Köln - Rheinufer mit Dom und St. Martin - image-1
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August Sander

Köln - Rheinufer mit Dom und St. Martin
1935/36

Vintage, Gelatinesilberabzug. 15,9 x 23,1 cm.

Vintage, Gelatinesilberabzug. 15,9 x 23,1 cm. Unten links mit Prägestempel des Photographen. Rückseitig mit weiterem Photographenstempel und mit entlang der oberen Kante fixiertem Papieretikett, darauf maschinenschriftlich betitelt und mit Angabe des Photographen, sowie von fremder Hand mit Tinte bezeichnet 'Köln, Rheinfront'.

Provenienz: Nachlass Ingeborg Margaret Steckmann, geb. Boos

"Köln wie es war", Mappe 15 (Über den Dächern)

Literatur:Kölnisches Stadtmuseum, August Sander Archiv/Kulturstiftung Stadtsparkasse Köln (Hg.), August Sander. Köln wie es war, Köln 1995, S. 289 mit Abb. (hier kleinerer Ausschnitt); Kölnisches Stadtmuseum (Hg.), August Sander. Köln wie es war, Köln 2013, S. 398 mit Abb. (hier abweichend betitelt: Rheinfront von Dom bis Rathaus)


Fast vier Jahrzehnte lang, in den 1910er bis 1940er Jahren, photographierte der im Westerwald geborene August Sander seine Wahlheimat Köln. Bereits Ende der 1930er Jahre entwickelt er offenbar die Idee, die zahlreichen in diesem Zusammenhang entstandenen Aufnahmen systematisch zu ordnen und - ähnlich wie bei seinen Mappenwerken „Menschen des 20. Jahrhunderts“ und den Rheinlandschaften - in einen größeren, strukturierten Kontext zu stellen, um so ein umfassendes Stadtportrait zu schaffen. „[…] alle schönen alten Bauwerke, Kirchen, Häuser, Plätze, alles, was so an der Straße [gemeint ist hier die „Alte Römerstraße“, Anm.] liegt, photographiert er und setzt es nun nach dem Plan zusammen, denn von einem Grundgedanken muss doch jede Arbeit ausgehen“ notiert seine Frau Anna 1939. Erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges konnte August Sander sein Projekt weiterverfolgen: Zwischen 1946 und 1952 stellte er 16 Mappen mit insgesamt 407 Aufnahmen zusammen. „Die Stadt Köln wie sie war, nach dem römischen Plan“ lautete der Arbeitstitel. Bezog sich die Vergangenheitsform zunächst auf die antiken Ursprünge Kölns, von denen der Photograph bei seiner Bestandsaufnahme ausgegangen war, so gewann sie angesichts des Trümmerfelds, das der Krieg hinterlassen hatte, eine weitere Dimension: Von den zentralen sakralen und profanen Bauten, Straßenzügen und Plätzen, die Sander einige Jahre zuvor dokumentiert hatte, war nur wenig erhalten. „Köln wie es war. Bilder der Stadt vor Ihrer Zerstörung“ lautet schließlich der vollständige Titel auf dem Deckblatt des Mappenwerkes, das im Jahr 1953 von Seiten der Stadt erworben wurde. Die historische und kulturelle Bedeutung der Aufnahmen hatte zuvor auch L. Fritz Gruber erkannt und 1951 eine Auswahl auf der „photokina“ ausgestellt.
Von den insgesamt neunzehn Ansichten der Stadt Köln, die hier zum Aufruf kommen, hatte August Sander fünfzehn Motive für sein „Köln wie es war“ ausgewählt. Sie stammen aus dem Nachlass von Ingeborg Margaret Boos (spätere Steckmann), die ab 1948 als Assistentin des Photographen in Kuchhausen tätig war und von ihm in dieser Zeit portraitiert wurde (siehe Abb.). Gegenüber den - zum Teil erst nach dem Krieg erstellten - Abzügen in den Mappen weisen die hier als Vintages vorliegenden Bilder ein kleineres Format auf. Sämtliche Photographien tragen unten links den Prägestempel ‚August Sander Köln Lindenthal', einige von ihnen sind außerdem mit einem Papieretikett versehen, was sie als für Publikationszwecke vorgesehene Bildvorlagen ausweist. In den folgenden Beschreibungen ist vermerkt, welcher der Mappen die Motive jeweils zugeordnet waren.

Provenienz

Nachlass Ingeborg Margaret Steckmann, geb. Boos

Literaturhinweise

August Sander Archiv, Kölnisches Stadtmuseum/Kulturstiftung Stadtsparkasse Köln (Hg.), August Sander. Köln wie es war, Köln 1995,
S. 289 mit Abb. (hier kleinerer Ausschnitt)

Lot 82 D

Schätzpreis:
2.000 € - 2.500 €

Ergebnis:
2.440 €