Sigmar Polke - Freundinnen II

Sigmar Polke - Freundinnen II - image-1
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Sigmar Polke

Freundinnen II
1967

Offsetdruck, mit Gouache überarbeitet, auf Karton. 47,8 x 60,5 cm. Unter Glas gerahmt. Unten rechts signiert und datiert 'S. Polke 67'. Edition Galerie h, Hannover. Eines von 25 Unikaten

Zwei junge Damen lächeln dem Betrachter entgegen, leicht bekleidet im getupften Bikini und in selbstbewusste Posen geworfen. Ihr gesamter Habitus deutet auf eine Verortung in die Lebenswelt der 1960er Jahre hin. „Freundinnen II“, eine der frühesten Editionen Sigmar Polkes aus dem Jahr 1967, ist eine Weiterführung des 1965 entstandenen Tafelbildes „Freundinnen“ (Sammlung Froehlich, Stuttgart). Polke spielt sowohl bei dem Gemälde als auch bei unserem Blatt gezielt mit der Print-Ästhetik des Massenmediums Zeitung und persifliert gleichzeitig die Stilmechanismen der amerikanischen Pop-Art: Als Vorlage für beide Arbeiten diente dem Künstler ein kleiner Zeitungsausschnitt. Dessen typische, aber nur in starker Nahsicht wahrnehmbare Rasterung führt er nun ins Extrem und die Rasterpunkte werden zu einem maßgeblichen Bildelement. Im Gegensatz zu Pop-Art-Künstlern wie Roy Lichtenstein, bei denen der Rastereffekt des Siebdrucks technisch bedingt ist, imitiert Polke diesen Effekt, indem er jeden einzelnen Punkt auf seinem Gemälde von Hand malt. Bei „Freundinnen II“ experimentiert Polke schließlich auf ähnliche, für ihn so typische doppeldeutige Art und Weise mit dem Konzept der Originalität: Indem er die Auflage auf lediglich 25 Blätter limitiert, reduziert er das Vervielfältigungspotenzial des graphischen Mediums und indem er jedes Exemplar handkoloriert, transformiert er jedes Blatt endgültig zum Unikat.

Werkverzeichnis

Becker/von der Osten 4

Lot 785 R

Schätzpreis:
80.000 €

Ergebnis:
115.900 €