Lothringen um 1320/1330 - Hl. Michael

Lothringen um 1320/1330

Hl. Michael

Kalksandstein, vollrund bearbeitet, auf der Rückseite jedoch kursorischer durchgeführt. Geringfügige Reste einer älteren farbigen Fassung. Die hochrangige Skulptur ist zum einen auf Vorderansicht gestaltet, zum anderen sind aber auch die Seitenansichten mit Bedacht komponiert, so dass der ursprüngliche Aufstellungsort frei vor einem Pfeiler oder einer Wand anzunehmen ist. Der Heilige steht mit beiden Füßen auf dem unter ihm liegenden Drachen, der sich in den Schild verbissen hat. Mit erhobener rechter Hand stößt Michael seine (heute verlorene) Lanze auf seinen Widersacher hinab, wobei diese Bewegung durch die Ponderation des Körpers unterstrichen wird. An Einschnitten und alten Dübeln auf dem Rücken erkennbar, besaß die Skulptur ehemals separat gearbeitete Flügel. Die Skulptur wird von Christof Metzger überzeugend dem lothringischen Kunstraum zugeordnet und um 1320/1330 datiert, wobei besonders Werke aus Metz - die "Madonna" in der Kathedrale von Saint-Dié um 1310/1320, die "Madonna aus Verdun" um 1315 (Berlin, Skulpturengalerie) und das "Kopffragment einer Heiligen" um 1325 (Paris, Louvre) - zum Vergleich herangezogen w
Rechte Hand teilweise verloren. Bestoßungen mit geringen Verlusten, Oberfläche mit partiellen Witterungsschäden. Auf flache Metallplinthe montiert. Höhe 92 cm.

Zertifikat

Dr. Christof Metzger, Wien (2010).

Lot 1000 Nα

Schätzpreis:
80.000 € - 100.000 €

Ergebnis:
91.500 €