Auktion 1033, Moderne Kunst - 30. Mai 2014, 30.05.2014, 18:00, Köln Lot 322

Hans Purrmann, Küste bei Fano

Hans Purrmann, Küste bei Fano, 1940, Auktion 1033 Moderne Kunst - 30. Mai 2014, Lot 322

Hans Purrmann

Speyer 1880 - 1966 Basel

Küste bei Fano

1940

Öl auf Leinwand. 46 x 61,5 cm. Gerahmt. Unten rechts signiert 'H Purrmann'. - In schöner farbfrischer Erhaltung. - Winzige Farbabplatzung unten links im Bereich des Geländers.

Lenz/Billeter 1940/10

Provenienz

Sammlung H.M.; Privatsammlung Schweiz

Literatur

Fritz Nemitz, Hans Purrmann, in: Prisma1, Heft 8, 1947, S. 16 f. (Tafel II)

In leuchtender Farbigkeit schildert Hans Purrmann im vorliegenden Gemälde das scheinbar ungetrübte Strandvergnügen im Badeort Fano an der Adria. Während seines Aufenthalts im Sommer 1940 entstanden noch weitere Ansichten des Strandes und des Hafens von Fano, so auch die kleinere "Küstenlandschaft bei Fano" (Lenz/Billeter 1940/08) mit einem nahezu identischen, nur um ein wenig nach links verschobenen Betrachterstandpunkt.

Aus einer erhöhten Position kann der Betrachter die gesamte Bucht überschauen, der Blick folgt der geschwungenen Küstenlinie in die Bildtiefe hinein bis zu der aufragenden Steilküste weit im Hintergrund. Unter einem strahlend blauen Himmel treiben Segelboote mit gesetzten Segeln auf der ruhigen Wasserfläche, der breite Sandstrand ist bis auf einige an Land gezogene bunte Bootsrümpfe leer. Die wenigen Spaziergänger konzentrieren sich auf den Bereich an der kleinen Brücke im Vordergrund. Alles kündet von der müßigen Trägheit eines heißen Sommertags am Meer.

Mit dem Wissen um den zeitgleich voranschreitenden Kriegsverlauf erhält diese idyllische Szenerie jedoch eine ambivalente Atmosphäre. Im faschistischen Italien besteht zu dieser Zeit noch eine weitgehende Freizügigkeit, Purrmann schreibt über seinen Aufenthalt in Fano an den befreundeten Maler Heinrich Brüne: "[...] es ist nicht besonders interessant hier, aber der einzige Teil am Meer, der nicht allzusehr Kriegsgebiet ist und wo man (was ich auch bekam) die Erlaubnis zum malen haben konnte!" (zit. nach: Christian Lenz/ Felix Billeter, Hans Purrmann. Die Gemälde I 1895-1934, München 2004, S. 85). Der mittlerweile sechzigjährige Maler trotzt den verstörenden politischen Ereignissen und nutzt seine Möglichkeiten, die geliebten mediterranen Lichtverhältnisse in ihrer vollen Intensität und Farbfülle umzusetzen.

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