Hans Rilke - Aus dem Urwald (Afrikanische Figuren)

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Hans Rilke

Aus dem Urwald (Afrikanische Figuren)
1924

Aquarell- und Wasserfarben. Tusche und Bleistift auf festem Zeichenpapier 50,2 x 46,2 cm Unter Glas gerahmt. Mit Tuschpinsel unten rechts der Mitte signiert 'Hans Rilke' und links datiert '1924'. - Rückseitig mit gezeichneten mathematisch-geometrischen Konstruktionen. - Die linke untere Ecke des Bogens diagonal ausgerissen; sonst in guter Erhaltung.

Das vorliegende aussergewöhnliche Aquarell kombiniert Rilkes meisterliche Zeichentechnik mit der differenzierten Anlage farbiger Volumina in einer Dichte, die für sein Werk typisch ist. Das primitivistische Motiv verweist nicht nur auf die Rezeption afrikanischer Kunst in dieser Zeit, sondern mag reflexiv auf Rilkes eigene Versuche mit expressiver Bildhauerei hinweisen, die heute verschollen ist.
Der aus Rheydt stammende Maler, Graphiker und Kunstpädagoge, dessen Werk im Bombardement des II. Weltkrieges weitgehend zerstört wurde, lebte seit 1910 in Düsseldorf und schloss sich 1919, nach dem Besuch von Zeichenlehrerseminar und Kunstgewerbeschule nicht nur dem politischen "Aktivistenbund" an, er fand auch in den frühen zwanziger Jahren Aufnahme in den Kreis um Johanna Ey und den Künstlern des "Jungen Rheinland". Sein Stil war in den besten Arbeiten dieser Zeit geprägt von sozialkritischen Inhalten, von expressionistischen, abstrakt-kubistischen und phantastischen Tendenzen, die u.a. von der Begegnung mit dem Werk von George Grosz und Gert Wollheim zeugen.

Provenienz

Alte westdeutsche Privatsammlung (bis 1997); Galerie Remmert und Barth, Düsseldorf; Privatsammlung Nordrhein-Westfalen

Literaturhinweise

Vgl. Anna Steins, Hans Rilke - Werk ohne Wirkung?, in: Ausst. Kat. Hans Rilke, Städtisches Museum Schloß Rheydt, Mönchengladbach 1996, S. 31 - 48

Ausstellung

Düsseldorf 1997 (Galerie Remmert und Barth), Überblick 1997, Kat. Nr. 131 mit Farbabb.

Lot 327 Dα

Schätzpreis:
4.000 €

Ergebnis:
4.340 €