Auktion 1040, Alte Kunst, 15.11.2014, 11:00, Köln Lot 1020

Jan Gossaert, gen. Mabuse, Nachfolge, Mitte des 16. Jahrhunderts, Madonna mit Kind

Jan Gossaert, Madonna mit Kind, Auktion 1040 Alte Kunst, Lot 1020

Jan Gossaert, gen. Mabuse, Nachfolge, Mitte des 16. Jahrhunderts

1478 Maubeuge - 1532 Middelburg

Madonna mit Kind

Öl auf Holz. 85 x 67 cm.

Die Komposition des vorliegenden Werks beruht auf einem um 1520 entstandenen Gemälde von Jan Gossaert (Den Haag, Mauritshuis, Inv.-Nr. 830, Holz, 25,3 x 29,6 cm). Die Darstellung des mit dem Schleier Mariens spielenden Jesuskindes, ein neuartiges Motiv in der Flämischen Malerei, erlangte in der Mitte des 16. Jahrhunderts in Antwerpen große Beliebtheit. Ursprünglich vor einem dunklen Hintergrund konzipiert, erscheinen die beiden Figuren nun in einem Raum, dessen Wand teilweise von einer violetten Draperie bedeckt ist und der sich zur umgebenden Landschaft hin öffnet. Beide Figuren schauen den Betrachter direkt an und laden damit zur kontemplativen Betrachtung der Heiligen Familie ein. Zugleich aber zeigt die Darstellung auch die alltägliche, weltliche Szene einer Mutter mit ihrem Kind. In dieser doppelten Bedeutung des Bildinhalts dürfte einer der Gründe für den enormen Erfolg der Komposition nach Gossaerts Tod liegen.

Es existieren mehrere Varianten der Komposition, die sich in Größe, Kolorit oder Dekorum unterscheiden. Karel van Mander, der Verfasser des 1604 erschienen „Schilderboek“, erwähnt Paul van Aelst, den Sohn des Pieter Coecke, als begabten Kopisten der Werke Gossaerts. In der Version in Den Haag trägt die Madonna einen blauen Mantel, während sie in den meisten, wenn nicht allen Kopien in einen roten Mantel gekleidet ist. Angesichts dieses Umstandes sowie weiterer Unterschiede der Kopien zu der Ausführung des Mauritshuis erscheint es nicht ausgeschlossen, dass diese insgesamt auf eine weitere, heute nicht mehr nachweisbare Fassung von Jan Gossaert zurückgehen.

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