Gotthard Graubner - Ohne Titel

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Gotthard Graubner

Ohne Titel
1983

Kissenbild: Öl auf Leinwand über Synthetikwatte auf Leinwand. Ca. 102 x 102 x 11 cm. Rückseitig auf der Leinwand signiert und datiert 'Graubner 83', mit Richtungspfeil- und angabe sowie unleserlich beschriftet.

„Farbe ist für Graubner sowohl Medium als auch Inhalt der Malerei. Sie erscheint in seinen Bildern ausschließlich um ihrer selbst willen. „Farbe ist mir Thema genug“, sagt er und spürt all ihren Reichtum nach, sehr wohl wissend, dass ihr Reich durch Malerei zwar betreten, jedoch weder praktisch noch theoretisch ausgeschöpft werden kann. Was aber bedeutet Verdichtung der Farbe zum Organismus? Zunächst, und durchaus wörtlich, die kontinuierliche Anhäufung oder Schichtung von gebundenen Pigmenten auf einem Träger, auf Papier, Fließ oder Leinwand während des Malprozesses. Da die verschiedenen Schichten die jeweils darunter liegenden nicht vollständig verdecken, sondern entweder partiell stehen oder durchscheinen lassen, bleibt das Kontinuum der Verdichtung optisch nachvollziehbar. Dies setzt eine differenzierte Misch- und Lasurtechnik, einen erfahrenen Umgang mit Binde- und Lösemitteln voraus. Doch auch der von Graubner gewählte Trägerstoff selbst, beispielsweise Fließpapier, oder, wie im Falle der „Farbraumkörper“, mit Synthetikwatte voluminös hinterfütterte und weich den Spannrahmen umfassende Leinwand, ist in Schichten angelegt, in welche die flüssige Farbe einsickern und somit zugleich aus der Tiefe an der Oberfläche des licht- und luftdurchlässigen Bildes ihre Wirkung entfalten kann.“ (Uwe Wieczorek (Hg.), Gotthard Graubner, Malerei, Painting, Ausst.Kat. Kunstmuseum Liechtenstein, Düsseldorf 2010, S.20/21)

Provenienz

Galerie Löhrl, Mönchengladbach; Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen

Lot 527 D

Schätzpreis:
50.000 € - 70.000 €

Ergebnis:
99.200 €