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Lot 201 Dα

Max Liebermann - Badende Knaben

Auktion 1051 - Übersicht Köln
29.05.2015, 18:00 - Moderne Kunst
Schätzpreis: 110.000 € - 120.000 €
Ergebnis: 173.600 € (inkl. Aufgeld)

Max Liebermann

Badende Knaben
Um 1899

Öl auf Malkarton 33 x 41 cm Gerahmt. Unten rechts mit dem schwarzen Signaturstempel vom Nachlass versehen 'MLiebermann'. - Die untere linke Ecke fachmännisch angesetzt, mit kleinem schmalen Farbausbruch.

In schnellem Pinselduktus und dennoch in raffinierter Dreieckskomposition ist die nahansichtig gegebene Figurengruppe angelegt wie um die Tiefe des Bildraums und die Weite des Strandes zu eröffnen - das Meer mit schaumigweißen Wellenkämmen schmal am hohen Horizont. Die Körperkonturen skizzenhaft verschliffen, ist die Figurengruppe von einer Bewegung des Abtrocknens und Umziehens ergriffen. Die auf Weiß, Blau und helle Beige-Brauntöne reduzierte Farbigkeit erzeugt eine Frische im Betrachterauge, die einem Bad in der Nordsee an einem sonnigen Tag angemessen ist. Die Ungezwungenheit der Szene ist jedoch wohl nur mit halbwüchsigen Jungen denkbar, Mädchen hingegen blieb ein solch sorgloses Badevergnügen in Holland wie in Deutschland zu dieser Zeit verwehrt.
"Es ist die männliche Jugend der Fischerdörfer Zandvoort und Noordwijk, die nach alter Gewohnheit ins Wasser springt. [...] Sommergäste aus den großen Städten [...] müssen in Badekarren ins Wasser gefahren werden. In der Mitte der Hotelstrände haben Mütter mit Kindern ihren Platz, links die Männer, rechts die Damen. Die Buben aus dem Dorf benutzen einen abgelegenen, gleichsam inoffiziellen Platz." (Matthias Eberle in seinem Gutachten)
Die bislang unbekannt gebliebene Ölstudie weist die bereits in der großen Version der "Badenden Knaben - Jungen in Zandvoort" 1896-1898 (Eberle 1896/2) realisierte Bildidee auf (s. Vergleichsabb.). Liebermann verdeutlicht mit der Skizze auch sein eigentliches Interesse, die Frische und Schnelligkeit der jugendlichen Figurengruppe der dem Meer Entstiegenen, deren Inkarnat lediglich angedeutet ist, in einem adäquaten zügigen Malduktus festzuhalten.

Werkverzeichnis

Nicht bei Eberle

Zertifikat

Mit einem Gutachten von Matthias Eberle, Berlin, vom 12. Juli 2014

Provenienz

Das Haus der Gemälde, München (1980); Privatbesitz Hessen
Eine gütliche Einigung mit dem Nachlass Max Liebermann vom Juni 2014 liegt vor.