Franz Marc - Zwei rote Jünglingsakte auf Schwarz

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Franz Marc

Zwei rote Jünglingsakte auf Schwarz
1912

Rote Tusche und Gouache auf Skizzenbuchpapier 11,5 x 15,7 cm Unter Glas gerahmt. Unten rechts mit Bleistift von Maria Marc nummeriert "28". - Der linke Rand minimal unregelmäßig gerissen.

Auffallend an dem von Maria Marc und Otto Stangl aufgelösten Skizzenbuch XXV, das Franz Marc 1912 nutzte und dem die auffallend vollständig ausgeführte Arbeit "Rote Jünglinge" entstammt, ist ein beinahe durchgehend rundovales Kompositionsschema, dem die Tier- und Menschendarstellungen eingebunden sind: Paare von einander zugewandten Kühen und Eisbären, gegeneinander stehenden Pferden und Rehen, die Hälse aneinander gelegt, oder miteinander spielende Affen - immer auch von stilisierter Vegetation und Steinformationen umgeben (s. Vergleichsabb.).
Sind diese beinahe ornamental anmutenden Kompositionen von großer Harmonie geprägt, ist den "Roten Jünglingen" darüber hinaus eine Dynamik eigen, die sich im Kräftespiel physischer Anspannung der diagonal gestreckten Körper wie auch in der roten und schwarzen Farbgebung ausdrückt.
"Die Darstellung der Kunst [...] Marcs ab 1912 bleibt ohne Einbeziehung des Werks von Robert Delaunay unvollständig. Beispiele seiner Malerei - Bilder aus den Serien der Eiffeltürme, der Stadtansichten und der Kirche Saint-Séverin - sahen Macke und Marc in der ersten gemeinsamen Ausstellung des Blauen Reiter 1911/12, gemeinsam besuchten sie den französischen Künstler Anfang Oktober 1912 in Paris." (Volker Adolphs, Die Auseinandersetzung mit der Moderne. Kubismus, Futurismus, Orphismus, Abstraktion, in: Ausst. Kat. Bonn/München 2014, August Macke - Franz Marc, Eine Künstlerfreundschaft, S. 230).
Die neuen Impulse, die vom Orphismus Delaunays ausgehen, machen sich im Werk Franz Marcs in zunehmender Abstraktion der Formen und einer Hinwendung zur stärkeren Farbigkeit bemerkbar, wie das Skizzenbuch von 1912 und die hier angebotenen "Roten Jünglinge" zeigen.

Werkverzeichnis

Hoberg/Jansen S. 221 Skizzenbuch XXV, p. 28

Provenienz

Maria Marc, Ried; Galerie Otto Stangl, München (rückseitige Rahmenstempel), Marc Nachlass Nr. 153; Privatsammlung Bayern; Privatsammlung

Ausstellung

München 2005/2006 (Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau), Franz Marc - Die Retrospektive, Kat. Nr.190, S. 325, S. 252 mit Farbabb.

Lot 209 Dα

Schätzpreis:
50.000 € - 60.000 €

Ergebnis:
93.000 €