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Auktion 1051, Moderne Kunst, 29.05.2015, 18:00, Köln Lot 210

Franz Marc, Zwei liegende weibliche Akte

Franz Marc, Zwei liegende weibliche Akte, 1911, Auktion 1051 Moderne Kunst, Lot 210
Franz Marc, Zwei liegende weibliche Akte, 1911, Auktion 1051 Moderne Kunst, Lot 210
Franz Marc, Zwei liegende weibliche Akte, 1911, Auktion 1051 Moderne Kunst, Lot 210
Franz Marc, Zwei liegende weibliche Akte, 1911, Auktion 1051 Moderne Kunst, Lot 210

Franz Marc

München 1880 - 1916 Verdun

Zwei liegende weibliche Akte

1911

Schwarze Kreidezeichnung auf chamoisfarbenem Skizzenbuchpapier mit perforiertem Seiten- bzw. Oberrand und abgerundeten Ecken. 17 x 21,7 cm. Unter Glas gerahmt. Von Maria Marc in der unteren linken Ecke mit Bleistift nummeriert "22". Rückseitig auf dem Rahmenkarton etikettiert, darauf mit dem Stempel "Nachlass Franz Marc Galerie Stangl München" und maschinenschriftlich mit Angaben zu Künstler, Titel, Jahr und Nachlass-Nr. "109" versehen.

Hoberg/Jansen S. 172, Skizzenbuch XXI, p. 22

Provenienz

Maria Marc, Ried; Galerie Otto Stangl, München (rückseitiger Rahmenstempel), Marc Nachlass Nr. 109; Privatsammlung Bayern; Privatsammlung

Ausstellungen

München 1980 (Städtische Galerie im Lenbachhaus), Franz Marc 1880-1916, Kat. Nr. 96 mit Abb.; Berlin/Essen/Tübingen 1989/1990 (Brücke-Museum/Museum Folkwang/Kunsthalle Tübingen), Franz Marc. Zeichnungen und Aquarelle, Kat. Nr. 64, mit ganzseitiger Abb.; München 2005/2006 (Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau), Franz Marc. Die Retrospektive, Kat. Nr. 158 mit Farbabb.

Ein Thema, welches Franz Marc in den Jahren 1910 bis 1912 beschäftigt, ist neben der varianten- und facettenreichen Charakterisierung zahlreicher Tierarten auch die Darstellung des weiblichen Aktes, vornehmlich im landschaftlichen Umfeld eingebettet. Zeigen die früheren "Zwei weibliche Akte in arkadischer Landschaft" - die Skizze von 1910/1911, das Gemälde von 1911 - noch eine deutlich naturverbundenere Verortung zwischen jungen Baumstämmen und auch eine physiognomisch detailliertere Ausführung, verlieren sich deskriptive Kleinigkeiten in unserer ein Jahr später entstandenen Arbeit zugunsten eines abstrakteren harmonischen Gesamteindrucks (vgl. Hoberg/Jansen, Bd. III, S. 195, Skizzenbuch XXIII, p. 18, und Hoberg/Jansen, Bd. I, Nr. 143, S. 162). Beiden Kompositionen ist die gegensätzliche Haltung der geduckt kauernd Hingewandten und der entspannt lagernden Abgewandten gemein. Die Bleistiftzeichnung "Zwei liegende Akte" fand ihre Umsetzung in einer gleichnamigen Tempera-Arbeit 1912, in dem die Landschaft nicht mehr naturalistisch, sondern in bunten runden Formen aufgelöst, und auch die menschliche Anatomie weitestgehend auf geometrische Grundelemente reduziert erscheint (s. Vergleichsabbildung). Die formalästhetische Umsetzung wird radikalisiert, die Idee vom Ideal einer arkadischen Harmonie in nuce gefasst.

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