Emil Nolde
Rote und gelbe Blüten
Um 1950
Aquarell auf faserigem Japanbütten 34,9 x 47,4 cm Unter Glas gerahmt. Unten links mit Bleistift signiert 'Nolde.'. - In schöner, farbfrischer Erhaltung.
Nolde liebte Blumen und schuf sich an jedem seiner Wohnorte seinen eigenen Garten. Als sich der Künstler mit seiner Frau auf der Warft Seebüll niederließ, war das Urbarmachen des umgebenden Graslandes einer der vordringlichsten Wünsche. Der üppige Garten, den er in den 1930er Jahren nach eigenen Entwürfen anlegen ließ und der in seiner großen Pflanzenvielfalt bis heute besteht, erlangte außerordentliche Berühmtheit durch die zahlreichen Blumengemälde und -aquarelle, die hier bis zu Noldes Tod 1956 entstanden.
Mit sichtbarer Freude an Farben und Texturen gibt der Künstler auch in diesem späten Aquarell die Fülle seines sommerlichen Blumengartens wieder. Die großen, fedrigen Mohnblüten scheinen mittig im Bildraum zu schweben, sie bestimmen den Grundton der Komposition. Ihre Staubgefässe heben sich in starken Grün- und Blautönen von den violett-roten Blütenblättern ab. Gelbe Rudbeckien mit dunklen Blütenständen und kleine orangefarbene Ranunkeln sorgen für helle Akzente neben dem Mohn. Ausbalanciert wird die Komposition durch die dunkel- und hellgrünen Blätter und Stengel im rechten unteren Bereich, die in ihrem kräftig-opaken Farbauftrag auch stofflich einen Gegenpol zu der fast durchscheinenden Zartheit der Blüten bilden.
Da der Hintergrund weitgehend hell und in der Wirkung durch die natürlichen Papiereigenschaften bestimmt ist, können die Blumen ihre volle Strahlkraft entfalten. Die zarten Grautöne im oberen Bereich und die violetten Schattierungen unten unterstreichen noch deren intensive Farbigkeit.
Zertifikat
Mit einer Foto-Expertise von Manfred Reuther, Stiftung Ada und Emil Nolde, Seebüll, vom 31. Januar 2012. Die Arbeit ist in der Seebüll-Stiftung registriert.
Provenienz
Privatsammlung Norddeutschland