Schenkschieve

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Schenkschieve

Eiche, geschnitzt, Eisenschlösser. Schrankartiges barockes Prunkmöbel mit ausschließlich frontaler Dekoration. Unter dem Gesims ein dreizoniger Aufbau mit vier Türen um eine zentrale Pultlade, flankiert von verschiedenen Pilastertypen. Im Architrav beschriftet BENEDICTIO DOMINI DIVITES FACIT SINE DOLORE (Der Segen Gottes schafft Reichtum ohne Schmerzen). In der oberen mittleren Füllung datiert 1654. Auf der Pultlade Reliefdarstellungen des Hl. Johannes und des Hl. Philipp. Alle Türfüllungen verziert mit Bogenmotiven, oben zusätzlich Medaillons mit reliefierten Köpfen. H 206, B 155, T 58,5 cm.
Schleswig / Friesland, weitgehend 1654.

Der bekannteste Schleswiger Bildschnitzer und Schreiner Berend Cornelissen war in Husum ansässig, wo er bis zu seinem Tod 1684 eine Reihe prominenter Möbel dieses Typus´ schuf. Im Gegensatz zu seinen Schränken, von denen die bekanntesten sich heute im Ostenfelder Bauernhaus in Husum und im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg befinden, ist hier der Dekor - obwohl ungefähr zeitgleich - weitaus flächiger, ornamentaler gestaltet. Vermutlich ist eine Lokalisierung nach Nordfriesland wahrscheinlicher.

Literaturhinweise

Vgl. von Falke, Deutsche Möbel des Mittelalters und der Renaissance, Stuttgart 1924, S. 276.
Vgl. Kreisel, Die Kunst des deutschen Möbels. Erster Band, München 1968, Nr. 321 ff.
S.a. Meier, Die Husumer Schenkschieven des Berend Cornelissen, in: Nordelbingen Band 58/ 1989, S. 17 ff.

Lot 1121 Dα

Schätzpreis:
7.000 € - 10.000 €

Ergebnis:
8.060 €