Auktion 1059, Moderne Kunst, 27.11.2015, 18:00, Köln Lot 305

August Macke, Weiblicher Akt von rückwärts auf rosa Grund

August Macke, Weiblicher Akt von rückwärts auf rosa Grund, 1911, Auktion 1059 Moderne Kunst, Lot 305
August Macke, Weiblicher Akt von rückwärts auf rosa Grund, 1911, Auktion 1059 Moderne Kunst, Lot 305
August Macke, Weiblicher Akt von rückwärts auf rosa Grund, 1911, Auktion 1059 Moderne Kunst, Lot 305
August Macke, Weiblicher Akt von rückwärts auf rosa Grund, 1911, Auktion 1059 Moderne Kunst, Lot 305
August Macke, Weiblicher Akt von rückwärts auf rosa Grund, 1911, Auktion 1059 Moderne Kunst, Lot 305
August Macke, Weiblicher Akt von rückwärts auf rosa Grund, 1911, Auktion 1059 Moderne Kunst, Lot 305
August Macke, Weiblicher Akt von rückwärts auf rosa Grund, 1911, Auktion 1059 Moderne Kunst, Lot 305
August Macke, Weiblicher Akt von rückwärts auf rosa Grund, 1911, Auktion 1059 Moderne Kunst, Lot 305

August Macke

Meschede 1887 - 1914 Perthes-les-Hurlus

Weiblicher Akt von rückwärts auf rosa Grund

1911

Öl auf Leinwand, auf gröbere Leinwand (58,3 x 39,5 cm) alt doubliert. 55,9/ 56,7 x 37/37,8 cm. Gerahmt. Unbezeichnet. - Rückseitig mittig auf der doublierten Leinwand und links auf dem Keilrahmen mit dem ovalen Nachlass-Stempel "Nachlass AUGUST MACKE" versehen. - Der Bildtträger eine feine Leinwand, diese im Ober- und Unterrand leicht unregelmässig beschnitten mit Spuren von Heftzweckheftung in den Ecken.

Heiderich 303; Vriesen 253

Wir danken Ursula Heiderich, Syke, für ergänzende Hinweise.

Provenienz

Nachlass des Künstlers; Privatbesitz

Ausstellungen

Bonn 2000 (August Macke-Haus), Kontemplation und Glück, August Mackes Menschenbild, S. 102 mit Abb. S. 16; Stade/ Freiburg/ Bonn 2009 - 2011 (Kunsthaus Stade/ Museum für Neue Kunst Freiburg/ August Macke Haus Bonn), August Macke ganz privat, Eine Reise durch das Leben von August Macke; Paris 2011/2012 (Pinacothèque de Paris), Expressionismus & Expressionismi, Berlin-Munich 1905-1920, Der Blaue Reiter vs Brücke, Kat. Nr. 28 mit Farbabb.; Tampere (Finnland) 2012/2013 (Sara Hildén Kunstmuseum), Ekspressioita, Expressions, mit ganzseitiger Farbtafel S. 103

Literatur

Gustav Vriesen, August Macke, Stuttgart 1953, Nr. 253, S. 281 (o. Abb.); Gustav Vriesen, August Macke, Stuttgart 1957 (revidiertes Werkverzeichnis), Nr. 253 mit Abb. S. 321; Ausst. Kat. Stade/ Freiburg/ Bonn, August Macke ganz privat, Akte, S. 74 mit Farbabb.; Ausst. Kat. Tampere (Finnland), Expressions, Sara Hildén Kunstmuseum 2012/2013, S. 137 mit Farbab. S. 103; Ausst. Kat. Bonn 2000, Kontemplation und Glück, August Mackes Menschenbild, August Macke Haus, S. 17

Zu dem Motiv dieses Rückenaktes gibt es eine ähnliche Zeichnung von August Macke aus dem Jahr 1911 (Heiderich 679), aber interessanter und wesentlicher ist wohl die allgemeine Feststellung der Werkverzeichnisbearbeiterin zu einer beobachteten Eigentümlichkeit: "Die Rückenfigur im abgewandten Dreiviertelprofil, die vom Gesicht nur eine Wange zeigt, zählt zu den bevorzugten Ansichten der menschlichen Figur im Werk von August Macke." Ausgehend von einer frühen Kopie des Künstlers nach dem Gemälde "Das Konzert" von Gerard ter Borch, das ihn faszinierte, weist Ursula Heiderich ein gewisses Kontinuum des Rückenmotivs im Werk, speziell in den erweiterten, auch abstrakten Bildkompositionen bis in das Jahr 1914 nach. Auch Details wie die Neigung des Kopfes und der gesenkte Blick dürfen bei Macke als sehr charakteristisch gelten (vgl. U. Heiderich, Mein August Macke, in: August Macke ganz privat, op. cit., S. 47).

Die Aktdarstellung zeigt nach freundlicher Mitteilung von Ursula Heiderich möglicherweise nicht Elisabeth Macke, sondern ein anderes weibliches Modell. Aber die Identifikation kann nicht eindeutig sein und scheint im vorliegenden Bildnis nicht erstrangig, wenn auch der Frauentyp mit dem dunklen Haar, das sich effektvoll gegen die Helligkeit der Gesamtkomposition absetzt, Elisabeth ähnlich sein mag. Die volle Körperlichkeit und Rundung des Aktes erinnert an die Kunst des französischen Bildhauers Aristide Maillol, die August Macke schon nachweislich 1908 wahrgenommen hatte (Skizzenblatt nach "La Méditerranée", s. Vergleichsabb.). Nicht zuletzt ist in anderen Aktdarstellungen des Jahres 1911 dieser motivliche Bezug in Mackes Werk noch deutlicher. Auffällig ist hier jedoch - in dem vorliegenden Akt auf rosa Grund - das stark verschattete Profil, das maskenhaft, aus der Farbe entwickelt, neue malerische und abstrahierte Qualitäten aufweist.

In diesem Rückenbildnis umschmeicheln verschieden farbige Konturen die Figur, die sich in ihrer körperlichen Schönlinigkeit vom Farbton des Hintergrundes delikat absetzt. Farbwahl und Farbkombination zeugen in diesem Werk überhaupt von grösster Sensibilität. So mag in diesen Jahren nicht nur die bewusste Wahrnehmung des französischen Fauvismus und Postimpressionismus bei Macke eine wichtige Rolle spielen oder auch die Beschäftigung mit den Farbtheorien eines Paul Sérusier. Latent wirkt die Kunst und der Zauber eines verehrten Altmeisters wie ter Borch nach, zu dessen Kolorit sich Macke genaue Notizen gemacht hatte. Sein feines malerisches Farbempfinden war geweckt, es bestimmte fortan entscheidend sein Oeuvre und die Konzeption des "modernen" Bildes.

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