Auktion 1059, Moderne Kunst, 27.11.2015, 18:00, Köln Lot 330

Pablo Picasso, La Tauromaquia, o arte de torear

Pablo Picasso, La Tauromaquia, o arte de torear, 1959, Auktion 1059 Moderne Kunst, Lot 330

Pablo Picasso

Málaga 1881 - 1973 Mougins

La Tauromaquia, o arte de torear

1959

Mappenwerk mit 26 Aquatintaradierungen auf Velin mit Wasserzeichen "GUARRO" und einem Wasserzeichen "Stier" sowie einer Kaltnadelradierung. Je 19,8 x 29,3 cm (35 x 49,6 cm). Im Editionsvermerk signiert und mit der gedruckten Exemplarnummer. Exemplar 77/250 (von insgesamt 263 Exemplaren). Lose Bögen. Zusammen mit Textblättern auf Doppelbögen mit Texten von José Delgado alias Pepe Illo in einem mit der Kaltnadelradierung bedruckten Papierumschlag, in einem lederbezogenen Originaleinband und einem leder- und leinenbezogenen Originalschuber. Herausgegeben für die Ediciones La Cometa von Gustavo Gili, S.A., Barcelona 1959. - Einband und Schuber mit geringfügigen Gebrauchsspuren.

Baer 970-996 B.d; Bloch 950-976; Cramer Bücher 100

Bereits 1928 gab der Verleger Gustavo Gili sen. die Illustration der “Tauromaquia” bei Picasso in Auftrag, um sie innerhalb seiner Reihe von bibliophilen Büchern unter dem Namen „Ediciones de la Cometa“ herauszugeben. Der Künstler schuf in diesem und dem folgenden Jahr einige erste Radierungen (siehe Geiser/Baer 136-141) und der französische Schriftsteller Henry de Montherlant schrieb ein Vorwort, dann kam das Projekt aus unterschiedlichen Gründen zum Erliegen.

Erst 1956 erinnerte der Sohn des Verlegers, Gustavo Gili jun., Picasso an die Publikation. Im Frühling 1957 nahm der Künstler die Arbeit daran erneut auf. Die Eindrücke, die er erst kurz zuvor beim Besuch der Stierkämpfe zu Ostern in Arles gewonnen hatte, verarbeitete er in 26 Aquatintaradierungen. In diesen direkt mit dem Pinsel auf die Kupferplatte gezeichneten außerordentlich lebendigen Darstellungen kommt Picassos zeichnerisches Talent zur vollen Geltung. Wie in einem Schattenriss sind die schwarzen Körperformen von Stierkämpfern und Tieren gegen den weißen Hintergrund gesetzt und evozieren die blendend helle Szenerie einer sonnenbeschienenen Arena.

Begleitet werden die Graphiken von einem Text des berühmten Toreros Pepe Illo (eigentlich José Delgado, 1754-1801). Sein 1796 erschienenes Regelwerk „Tauromaquia o arte torear á caballo y á pie“ war das erste Handbuch für die Durchführung des Stierkampfes, nach dessen Vorgaben sich die bis heute gültigen Regeln herausbildeten. Auch Francisco de Goya hatte 1814-16 eine 33-teilige Radierfolge zu der „Tauromaquia“ geschaffen, die ebenso wie die Illustrationen Pablo Picassos stark mit der Wirkung von Licht und Schatten arbeitet.

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