Seltener "Gimmel"-Ring

Seltener "Gimmel"-Ring

Gold, polychromes émail champlevé und émail en ronde bosse. Ring aus zwei ineinandergreifenden Hälften. Allseitig reich reliefiert und farbig emailliert. Massiver Ringkopf besetzt mit zwei tafelförmig geschliffenen Rubinen und zwei Diamanten in konischen Kastenfassungen. Verborgen in den Innenseiten der Schienen jeweils ein Hohlraum, in dem die Miniaturfigur eines Babys bzw. eines Skeletts liegen. Partielle Emailverluste. 1,7 x 1,6 cm. RW 57. Gewicht 17,2 g.
Wohl Anfang 17. Jh.

Der Begriff "gim(m)el" ist dem lateinischen Wort "gemelli" für Zwillinge entlehnt und bezeichnet zweiteilige, in einander verschlungene Trauringe, als Zeichen für die Unauflöslichkeit der christlichen Ehe. Dieser Ringtypus taucht im 15. Jh. auf und war bis ins 17. Jh. hinein üblich. Exemplare des Memento mori-Rings mit Symbolen für Lebensanfang und -ende sind sehr selten. Zu den berühmtesten deutschen Gimmelringen gehört der Trauring Martin Luthers.

Provenienz

In den 1970er/1980er Jahren auf der Kunstmesse in Salzburg erworben.

Literaturhinweise

Vgl. weitere Exemplare bei Scarisbrick, Rings, London 2007, Nr. 97; Hackenbroich, Renaissance Jewellery, 1979, S. 167 Nr. 257; Ausst. Kat. The Rings from the Hashimoto Collection of the National Museum of Western Art, Tokyo 2014, Nr. 220; Ward u.a., Der Ring im Wandel der Zeit, München 1981, Nr. 207.

Lot 30 D

Schätzpreis:
6.000 € - 8.000 €

Ergebnis:
31.000 €