Auktion 1068, Photographie, 03.06.2016, 14:00, Köln Lot 23

Albert Renger-Patzsch, Garnspulen

Albert Renger-Patzsch, Garnspulen, 1925, Auktion 1068 Photographie, Lot 23

Albert Renger-Patzsch

Würzburg 1897 - 1966 Wamel

Garnspulen

1925

Vintage, Gelatinesilberabzug. 22,8 x 16,8 cm (23,3 x 17,3 cm). Rückseitig mit Photographen- und Copyrightstempel sowie mit Bleistift beschriftet ‚Baumwollpoppse (?) Strumpffabrik Schocken, Chemnitz‘.

Provenienz

Vom Photographen an den Vater der heutigen Eigentümerin

Literatur

Klaus Honnef (Hg.), Industrielandschaft, Industriearchitektur, Industrieprodukt. Fotografien 1925 – 1960 von Albert Renger-Patzsch, Ausst.kat. Rheinisches Landesmuseum Bonn, Köln u.a. 1977, S. 103 mit Abb.; Ann und Jürgen Wilde/Beate Reese, Albert Renger-Patzsch zum 100. Geburtstag. Frühe Fotografien, Ausst.kat. Städtische Galerie Würzburg, Würzburg 1997, S. 40 mit Abb.; Albert Renger-Patzsch zum 111. Geburtstag. Pflanzen Dinge Ruhrgebiet, Ausst.kat. Stadt Paderborn/Städtische Galerie Am Abdinghof, Bonn 2008, S. 86 mit Abb.; Bernd Stiegler/Ann und Jürgen Wilde (Hg.), Albert Renger-Patzsch. Die Freude am Gegenstand. Gesammelte Aufsätze zur Photographie, München 2010, S. 244 mit Abb.

Obgleich es sich um ein vollkommen anderes Sujet handelt, kommen in der Aufnahme der „Garnrollen“, die Renger-Patzsch 1925 in der Strumpffabrik Schocken in Chemnitz photographierte, die gleichen gestalterischen Prinzipien zum Tragen, die auch dem „Natterkopf“ seine starke bildnerische Wirkung verleihen: Im Objektiv der Kamera, das den Bildgegenstand in einen engen Ausschnitt fasst, gerinnen die Umrisse der aufeinander gestapelten Garnrollen zu einer rein graphischen, die Bildfläche rhythmisch gliedernden Struktur. In der hier vorliegenden Produktphotographie lässt sich insofern eine Deckung zwischen inhaltlicher Aussage und formal-ästhetischer Form ausmachen, als dass die strenge Reihung des Motivs auf seine industrielle und serielle Produktion verweist. „Renger-Patzsch exponiert in solchen Industrieaufträgen […] die Funktionalität der industriellen Produktion als autonome Größe.“ (Thomas Janzen, in: Das „Wesen der Dinge“ fotografieren, in: Ann und Jürgen Wilde/Thomas Weski, Albert Renger-Patzsch. Meisterwerke, München u.a. 1997, S. 17).

In seinem photographischen Vorgehen spiegelt sich der Zeitgeist der von Technikbegeisterung und Fortschrittsoptimismus geprägten 1920er Jahre.

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