Max Slevogt - Der Ätna von Syrakus aus gesehen

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Max Slevogt

Der Ätna von Syrakus aus gesehen
1914

Öl auf Leinwand (ca. 31,5 x 40 cm), alt doubliert 32,5 x 41 cm Gerahmt. Unten links schwarzgrau signiert und datiert 'Slevogt 1914'. - Die Leinwandkante umlaufend mit Papierklebestreifen gefasst.

Die vielfach beachtete kleine Landschaftsimpression entstand im April 1914, als Max Slevogt, auf der Rückreise von Ägypten, mit seinen Freunden und Begleitern Eduard Fuchs (1870-1940) und Dr. Johannes Guthmann (1876-1956) in Italien Halt machte. Sizilien, Neapel, Rom, Siena, Florenz und Venedig waren die nächsten Stationen - in Venedig stiess der Sammler Carl Steinbart zu der kleinen künstlerischen Reisegruppe. Ende März war man in Syrakus mit dem Schiff angekommen. Während des Aufenthaltes protokollierte Eduard Fuchs die Ausflüge, auch den Besuch des antiken Forts Euryalos bei Syrakus, so dass nicht nur die Daten, sondern auch z.T. die Tageszeiten der Entstehung von Slevogts Werken dokumentiert ist. Zu dem vorliegenden, am Sonnabend des 4. April 1914, nachmittags, entstandenen Gemälde notierte Johannes Guthmann später:
"Ich entsinne mich, wie er [Max Slevogt] ein kleines Bildchen in der Nähe von Syrakus gemalt hatte mit dem Blick über das blaue Meer zum fernen, in weichen Dünsten fast entrückten Ätna. Das Bildchen schien mir, als ich dem Meister fernher über die Schulter spähte, längst fertig zu sein. Aber er hatte einen feinen Pinsel mit sehr langem Stiel, den er an seiner äußersten Spitze gefaßt hielt, um mit der Entfernung des Auges von der Malfäche mehr Übersicht über das Ganze zu gewinnen und mit einer kostbaren, beinahe präziösen Grazie des Handgelenks wieder und immer wieder und noch einmal über den hohen Himmel seiner Landschaft führte. Der Pinsel schien kaum noch Farbe herzugeben, aber Slevogt konnte sich nicht genug tun, das freundliche Element im Bilde zu streicheln und den Zenith immer weiter und höher zu runden." (zit. nach B. Geil, aus: Johannes Guthmann, Berlin 1948, op. cit., S. 38, Wiederabdruck in: H.-J. Imiela, Max Slevogt in Ägypten in: Ausst. Kat. Mainz/Edenkoben 1989, op. cit. S. 50).

Werkverzeichnis

Imiela 1968, S. 410, Anm. 4 ("Blick auf den Ätna", dort mit irrtümlichen Maßangaben)

Zertifikat

Wir danken Bernhard Geil für wesentliche bestätigende Hinweise, ebenso Harry Joelson-Strohbach, Archivar im Museum Oskar Reinhart, Winterthur.

Provenienz

Ehemals Sammlung Dr. Johannes Guthmann, Neu-Cladow; Sammlung Oskar Reinhart, Winterthur (1950 vermutlich über Fritz Nathan erworben); Kornfeld und Klipstein, Bern, Auktion 17.6.1967; Privatsammlung Schweiz (in dritter Generation in Familienbesitz)

Literaturhinweise

Johannes Guthmann, Schöne Welt. Wandern und Weilen mit Max Sevogt (Buchreihe der Berliner Hefte), Berlin 1948, S. 38; Johannes Guthmann, Goldene Frucht. Begegnungen mit Menschen, Gärten, Häusern, Tübingen 1955, S. 186; Kornfeld und Klipstein, Bern, Katalog Nr. 123/A, Auktion Depotbestände Nachlass Dr. O.R., 17. Juni 1967, Los 37 ("Weite Landschaft. Öl auf Leinwand. 32,5 x 41 cm") mit Abb.; Hans-Jürgen Imiela, Max Slevogt in Ägypten, in: Ausst. Kat. Max Slevogt. Ägyptenreise 1914, Mainz/Edenkoben 1989, S. 50 mit Abb. ("Syrakus, Blick vom Fort Euryalos auf den Ätna. Entstanden am 4. April 1914"); Bernhard Geil, Max Slevogts Landschaftsverständnis, in: Ausst. Kat. Liebermann - Corinth - Slevogt. Die Landschaften, Köln/Houston 2010, S. 184

Ausstellung

Berlin 1918 (Freie Secession, Ausstellungshaus Kurfürstendamm), Max Slevogt, Ausstellung zum 50. Geburtstag des Künstlers, Kat. Nr. 178 ("Der Ätna von Syrakus aus gesehen. 1914. Höhe 32 cm, Breite 41 cm, Besitzer Dr. Johannes Guthmann, Neu-Cladow")

Lot 308 Nα

Schätzpreis:
30.000 € - 35.000 €

Ergebnis:
43.400 €