Emil Nolde - Marschlandschaft mit Strohdiemen

Emil Nolde

Marschlandschaft mit Strohdiemen

Aquarell auf weichem faserhaltigem Japanpapier 35,5 x 47,5 cm Unter Glas gerahmt. Unten links mit Tuschfeder signiert 'Nolde'. - Farbfrisch erhalten, die oberen Ecken mit kleinen Reißnagellöchern.

Emil Noldes zentrales Ausdrucksmittel ist die Farbe, sie ist wichtigstes bildnerisches Mittel und Essenz seines Welterlebens. In nuancenreich modulierten grünen, gelben und blauen Partien ordnet er die Darstellung der spätsommerliche Marschlandschaft, die sich dem Betrachter in vibrierenden Flächen präsentiert und in ihren bewegten Formen einen Klang von mitunter musikalischer Qualität evoziert. Vereinfachung und Zusammenfassung der Flächen im Raum bestimmen die Komposition und verhelfen der kontrastreichen Landschaft zu ihrer auffällig unmittelbaren Ausdruckskraft.
Nolde malte seine großen Landschaftsaquarelle mit wenigen Ausnahmen im Zeitraum von 1918/19 bis 1951, ihre genaue Datierung ist laut Martin Urban nur selten möglich (vgl. Martin Urban, Emil Nolde. Landschaften. Aquarelle und Zeichnungen, Köln 1969, S. 32). Seine Werke entstehen ohne skizzierende Vorzeichnungen, lediglich einzelne Gegenstandsformen, wie etwa die Diemen und Bäume der vorliegenden Arbeit, umreißt er mit breiten konturierenden Linien. Der Künstler schätzte es, wenn sich Zeichnung organisch aus den Farben entwickelte und so scheinen die locker auf die freie Farbkomposition gezeichneten Umrisse gleichsam als integrales Element eines komplexen Malprozesses: „Regellos zeichnend malen und malend zeichnen ist sehr schwer, ich tue es so gut ich es kann. Es ist die wohl höchste Art des künstlerischen Schaffens, soweit es das Technische betrifft.“ (Emil Nolde am 25. Mai 1945, zit. nach: Martin Urban, op. cit., S. 32).

Zertifikat

Die Arbeit ist im Archiv der Stiftung Ada und Emil Nolde, Seebüll, verzeichnet.

Provenienz

Nachlass des Künstlers; Galerie Wilhelm Grosshennig, Düsseldorf (1964, erworben von Joachim von Lepel, dem damaligen Direktor des Nolde-Museums Seebüll); Weinmüller, München (1965); dort 1967 erworben

Lot 219 R

Schätzpreis:
80.000 € - 100.000 €

Gebot
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