Otto Dix - Weiblicher Halbakt

Otto Dix

Weiblicher Halbakt
1932

Rötelzeichnung, mit Gouache weiß gehöht, auf blau grundiertem Zeichenkarton 58/57,5 x 47 cm Unter Glas gerahmt. Rechts oben monogrammiert und datiert 'DIX 1932'. - Tadellos erhalten.

In seinen Porträts erforscht Otto Dix mit scharfem Blick das Wesen des Menschen. Bar jeder Sentimentalität eliminieren, stilisieren und ästhetisieren seine Bildnisse. Sie zeigen den Menschen durch das Auge des Künstlers.
Die vorliegende Arbeit aus den frühen 1930er Jahren entstammt einer von großer Schaffenskraft geprägten Periode im Oeuvre von Dix, in der sich der Künstler mit Leidenschaft dem Thema des weiblichen Aktes widmete. Seine facettenreichen Variationen dieses Bildtypus beziehen ihre Kraft aus einer einzigartigen Kombination von Erotik, Frivolität und Ironie und finden in Dix' altmeisterlichem Aktporträt der Jahre 1930 bis 1933 einen künstlerischen Höhepunkt. Auch unser mit betonter Lässigkeit zur Seite blickender Halbakt zeichnet sich durch eine eher klassische Formulierung aus. In technischer Hinsicht unterstreicht die weiß gehöhte, weiche Rötelzeichnung den Anspruch des Künstlers: „Im ‚Stilwollen' des Zeichners und bei der Wahl traditioneller Zeichentechniken ist eine deutliche Abkehr von neusachlicher Linienprägnanz zu spüren. Der Bleistift wird abgelöst zunächst vor allem von der Rötelkreide, die als autonome Technik seit 1927 im Werk von Dix nachweisbar ist. Darüber hinaus werden weitere Register der malerischen Aufwertung der Zeichnung gezogen: Kombinationen von Kreiden und Kohlen, farbig grundierte Kartons und gefärbte Papiere, akzentuierende Höhungen in Deckweiß oder Kreide, ornamentale Lineaturen, flexible Schraffuren, verwehende Wischer.“ (Ulrike Lorenz, Werkwende zur Altmeisterlichkeit [1930-1933], in: Otto Dix, Das Werkverzeichnis der Zeichnungen und Pastelle, Bd. III, Weimar 2003, S. 1373)

Werkliste

Lorenz III, Nsk 12.3.17

Provenienz

Privatsammlung Berlin

Literaturhinweise

Galerie Wolfgang Ketterer, München 24. Mai 1976, 17. Auktion 20. Jahrhundert, Los 402 mit Abb., S. 46; Galerie Gerda Bassenge, Berlin 1.-6. November 1976, Auktion 28 Teil 1, Los 1358, S. 220

Lot 224 D

Schätzpreis:
28.000 € - 30.000 €

Ergebnis:
35.960 €