Auktion 1078, Moderne Kunst, 02.12.2016, 18:00, Köln Lot 227

Jacques Lipchitz, Étude pour un Bas-Relief - Reclining Figure with Guitar

Jacques Lipchitz, Étude pour un Bas-Relief - Reclining Figure with Guitar, 1923, Auktion 1078 Moderne Kunst, Lot 227

Jacques Lipchitz

Druskeniki (Litauen) 1891 - 1973 Capri

Étude pour un Bas-Relief - Reclining Figure with Guitar

1923

Bronzerelief. 14 x 25 cm. Inwändig mit Hängevorrichtung. Links und rechts im Vierpaß monogrammiert 'J' und 'L' sowie links an der Unterkante mit dem Gussvermerk "Georges Rudier. Fondeur. Paris." und rechts mit der Exemplarnummer "7/7" versehen. - Inwändig mit gedrucktem Etikett "JACQUES LIPCHITZ" und einem weiteren gedruckten Etikett mit handschriftlich ergänzten Titel- und Jahresangaben. Exemplar 7/7. - Mit schöner dunkelbrauner Patina.

Wilkinson 151 ("Reclining Figure with Guitar", dort Massangaben mit Standfuß)

Provenienz

Sammlung Dr. Hans Konrad Roethel; Privatbesitz Norddeutschland

Ein großer Teil der frühen Bildhauerei rund um den Kubismus entstand in Form des Reliefs. Wie viele andere Künstler dieser Zeit blickte Jacques Lipchitz dabei der Herausforderung entgegen, die primär malerische Form der kubistischen Kunst in die Plastik zu übersetzen. Vor dem Hintergrund der Probleme multipler Perspektive und Mehrdimensionalität lässt sich die Anwendung kubistischer Konzepte auf raumgreifende Kunstgattungen gleichsam leicht nachvollziehen, und so versteht sich die offene Plastizität und die Aktivierung des Raumes in Lipchitz' Plastik als schlüssige Erweiterung der gestalterischen Prinzipien vor allem des synthetischen Kubismus.

Gemeinsam mit Künstlern wie Pablo Picasso, Alexander Archipenko, Constantin Brancusi und Henri Laurens zählt Jacques Lipchitz zu den führenden Vertretern der kubistischen Plastik. Sein erst 1923 entstandenes Bronzerelief gestaltet der Künstler eng angelehnt an das Formenrepertoire und die Bildsprache des kubistischen Tafelbildes. Auch viele seiner späteren vollplastischen Arbeiten zeigen diese Beziehung zur Malerei, sind eher frontal komponiert und verfügen über eine verhältnismäßig oberflächenbetonte Modulation.

Der vorliegende Guss befand sich einstmals in der Sammlung des deutschen Kunsthistorikers und Museumsdirektors Hans Konrad Roethel. Ein weiteres Exemplar dieses sehr seltenen Reliefs wird heute im Jerusalemer Israel Museum bewahrt. In einer Variante gestaltete es Lipchitz zusammen mit vier weiteren Reliefs und einigen Skulpturen für das Haus des US-amerikanischen Kunstsammlers Albert C. Barnes in Merion, Pennsylvania (vgl. Alan G. Wilkinson, The Sculptures of Jacques Lipchitz, A Catalogue Raisonné, Vol. I, London 1996, Kat. Nr. 152).

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